Raimund Weiss


Elektronische Medien in Kambodscha. Eine medienpolitische Analyse


1. Einleitung

2. Allgemeine Charakteristika des elektronischen Mediensektors Kambodschas

2.1 Das historische Erbe: Elektronische Medien als Macht-, Kriegs- und Propagandamittel

2.2 Elektronischer Medienboom in den 90er Jahren

2.3 Funktionsdiversifizierung des elektronischen Mediensektors

2.4 Technologiedefizite

2.5 Professionalisierungsdefizite

3. Kambodschas Medienakteure

3.1 Kambodschas Fernsehstationen

3.1.1 Royal Cambodian Army Television (TV 5)

3.1.2 Das staatliche Fernsehen 'Television Kampuchea' (TVK)

3.1.3 Bayon TV (TV 27)

3.1.4 Die Fernsehstation 'Municipality Television Phnom Penh' (TV 3)

3.1.5 Die Fernsehstation APSARA TV (TV 11)

3.1.6 Die Fernsehstation Cambodian Television 9 (CTV 9)

3.1.7 Die neue Fernsehstation Cambodian Television Network (CTN)

3.2 Kambodschas Radiostationen

3.2.1 Radio National Kampuchea und National Radio FM 96

3.2.2 Radio 'Bayon' (FM 95)

3.2.3 Das Radioimperium der Fernsehstation TV 3

3.2.4 Radio 'Beheeve' (FM 105)

3.2.5 Radio FM 99

3.2.6 Radio FM 107

3.2.7 Radio 'Voice of Khmer' (FM 88)

3.2.8 Radio WMC (Womens Media Centre)

3.2.9 Radio Apsara FM 97

3.2.10 Radio FM 98

3.2.11 Radio Khemara Battambang

3.2.12 Radio FM 90 (Radio 'Reachsey')

3.2.13 Die neue Radiostation ' Ta Phrom' (FM 90,5)

3.3 Auslaendische Radio- und Fernsehstationen

3.4 Internet - ein Minderheitenmedium

3.5 Das Ministerium fuer Information

3.6 Die kambodschanische Fernsehassoziation

4. Kambodschas Medienstruktur

5. Medienpolitische Problem- und Konfliktfelder

5.1 Mediendominanz der Kambodschanischen Volkspartei (CPP)

5.2 Medienwahlkampf

5.3 Offene Rechtslage im elektronischen Mediensektor

6. Schlussfolgerungen

7. Literaturliste

8. Interviews: 18.03. - 14.04.2003



1. Einleitung

Kambodschas elektronische Medienlandschaft hat sich seit den 90er Jahren drastisch veraendert. Signifikantestes Merkmal dieser Veraenderung ist die Expansion des elektronischen Mediensektors und der sprunghafte Anstieg des Medienkonsums. Gab es zu Beginn der 90er Jahre lediglich eine Fernsehstation im ganzen Land, waren es zu Beginn des Jahres 2003 bereits sieben lokale Fernsehstationen und zwei Kabelfernsehstationen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Radiostationen von urspruenglich drei im Jahr 1990 auf dreizehn Anfang des Jahres 2003 vergroessert. Auch das Internet hat Kambodscha als Informationsmedium eingeholt und damit das Land in das neue Zeitalter des Cyberspace geklinkt. Gleiches gilt fuer den stetigen Anstieg des Medienkonsums, der sich in den letzten zehn Jahren in den urbanen Gebieten vervierfacht und in den ruralen Gebieten verdoppelt hat. Ein Beispiel: In den Jahren 1993/94 verfuegten lediglich 21,6 % der kambodschanischen Haushalte ueber ein Fernsehgeraet und 31,4% ueber ein Radiogeraet (Cambodian Statistical Yearbook 2001). Demgegenueber waren es im Jahr 2001 bereits 82,2% der urbaner Haushalte und 46% der ruralen Haushalte, die ein Fernsehgeraet, und 80,9 % der urbanen Haushalte und 48% der ruralen Haushalte, welche ein Radiogeraet besassen (CFI Department Marketing 2002).


Geht man davon aus, dass elektronische Medien die politischen Verhaeltnisse eines Landes nachhaltig beeinflussen, mitunter veraendern koennen, stellt sich fuer Kam-bodschas Bevoelkerung heute die dringende Frage, welche Rolle die Modernisierung des elektronischen Mediensektors fuer die junge Demokratie spielen kann. Kambodschas Regierung hat sich im Jahr 1993 zu einer demokratischen Ordnung verpflichtet, wie dies in Artikel 51 - "The Kingdom of Cambodia adopts a policy of Liberal Democracy and Pluralism." - und in weiterer Folge auch in Artikel 134 "Revision or amendment affecting the system of liberal and pluralistic democracy and the regime of Constitutional Monarchy shall be prohibited" - festgeschrieben ist. Den Medien kommt damit eine zentrale politische Rolle zu. Sie sind die Mediatoren zwischen Regierung und Bevoelkerung. Sie geben Aufschluss ueber die Problemlagen und Interessen der kambodschanischen Bevoelkerung, waehrend sie gleichzeitig ueber die Aktivitaeten der Regierung berichten. Sie kontrollieren und berichten ueber die Politik der Regierung, die Entscheidungen des Nationalparlaments, zeigen politische Problemfelder auf und dienen als Forum fuer einen demokratischen Diskurs zwischen verschiedensten Mitgliedern der Gesellschaft. Nicht zuletzt sind sie die Platform fuer den Wahlkampf der politischen Parteien des Landes und damit Hauptakteur in den fuer jedes demokratische System essentiellen politischen Wahlen. Die zentrale Frage fuer die Medienpolitik des Landes muss daher lauten: Welche Rolle spielen elektronische Medien heute im Demokratisierungsprozess Kambodschas ? Nachdem der elektronische Mediensektor ein weitgehend wissenschaftlich unerforschtes Feld ist, setzt es sich die vorliegende Studie zunaechst zum Ziel, den allgemeinen Wissensstand ueber Kambodschas elektronische Medien zu vertiefen und erst darauf aufbauend eine aktualisierte Beurteilung der Rolle der elektronischen Medien im Demokratisierungsprozess Kambodschas zu vollziehen. Die Darstellung allgemeiner Charakteristika der elektronischen Medienlandschaft, die Vorstellung aller wichtigen Medienakteure des Landes und die Charakterisierung der Medienstruktur soll dabei den LeserInnen einen ersten umfassenden empirischen Hintergrund zum Thema bieten. Informationen hierzu wurden vorwiegend ueber qualitative Einzelinterviews mit allen Fernseh- und Radiostationen des Landes gesammelt, nachdem bis heute nur wenig bis gar keine Literatur ueber den elektronischen Mediensektor Kambodschas vorhanden ist. Erst im Anschluss werden die einzelnen medienpolitischen Problem- und Konfliktfelder Kambodschas vorgestellt und im Schlusskapitel die zentrale Fragestellung dieser Arbeit diskutiert.



2. Allgemeine Charakteristika des elektronischen Mediensektors Kambodschas

2.1 Das historische Erbe: Elektronische Medien als Macht-, Kriegs- und Propagandamittel

Im Jahr 1966 oeffnete die erste Fernsehstation Kambodschas ihre Pforten. Das 'Koenigliche Fernsehen Kambodschas ('La Television Royal Khmer'), dass unter der Federfuehrung Koenig Sihanouks und seiner Regierung des 'Sangkum Reastr Nivum' (Sozialistische Volksgemeinschaft) stand (Lor Chandara 2000, S. 31). In Schwarz-Weiss wurde in Dokumentarfilmen die Arbeit der Regierung und die Entwicklung des Landes gelobt. Auch in franzoesischer Sprache wurde gesendet. Der Direktor des staatlichen Fernsehens TVK erinnert sich: "Es wurden Programme ueber Gesundheit und Technik gesendet. So wurde gezeigt, wie elektrische Geraete zu bedienen und an das Stromnetz anzuschliessen sind. Auch Kinderprogramme gab es."1 Das koenigliche Fernsehen, stationiert in Toul Kork/ Phnom Penh, erreichte damals eine Reichweite von 120 Kilometern, was auch erstes Fernsehen in den an Phnom Penh angrenzenden Provinzen Kandal, Kompong Cham und Takeo moeglich machte. Rund achtzig Personen beschaeftigte das staatliche Fernsehen. Fernsehwerbung wurde in Form von Standbildern betrieben, die vorwiegend darauf zielten, Zuschauer fuer die zahlreichen Kinos des Landes zu locken. Da sich in den 60er Jahren nur wenige den Luxus eines privaten Fernsehgeraetes leisten konnten, war das oeffentliche Fernsehen in Form von Kinos besonders populaer. Allein die Hauptstadt Phnom Penh zaehlte damals dreissig Kinos, und selbst der bis heute amtierende Koenig des Landes, Norodom Sihanouk, war ein begeisterter Filmproduzent und Schauspieler. Er drehte zwischen 1966 und 1969 neun Filme, in welchen sogar Vertreter der Regierung und des kambod-schanischen Militaers zu parieren hatten. Noch heute sendet eine Fernsehstation (CTV9) jaehrlich zum Anlass des Geburtstags von Koenig Sihanouk einen seiner Filme aus den 60er Jahren. Nebem dem staatlichen Fernsehen gab es lediglich eine Radiostation, die bereits im Jahr 1947 Kambodschas Bevoelkerung mit ersten Programmen versorgt haben soll (Interview Van Sengly, 2003). Doch Medienfreiheit gab es fuer die ersten elektronischen Medienunternehmen des Landes unter Koenig Sihanouk keine. Die Medienpolitik wurde strikt vom Koenig selbst und der ihm unterstehenden 'Sozialistischen Volksgemeinschaft' kontrolliert. Oppositionsmedien, die sich der Regierungspolitik Koenig Sihanouks entgegenstellten, wurden unterdrueckt (Lor Chandara 2002, S. 35).


Der sich auf Kambodscha ausweitende Vietnamkrieg und innenpolitischen Probleme, die sich in politischen Konflikten der einzelnen Fraktionen der Einheitspartei 'Sozialistische Volksgemeinschaft' zeigten, fuehrte zu Beginn der 70er Jahre mit Unterstuetzung der USA zum Sturz des Sihanouk-Regimes. Sein Nachfolger, Lon Nol, einst wichtiger Verbuendeter Sihanouks, liess die Republik ausrufen, womit das monarchische Erbe Kambodschas ein abruptes Ende nahm. Die umfassende politische Staatsreform brachte auch Veraenderungen fuer das 'Koenigliche Fernsehens Kambodschas'. Nunmehr hiess die staatliche Fernsehstation 'Fernsehen der Republik Kambodscha'. Auch Logo und Ensemble der Fernsehstation wurde geaendert, erinnert sich Mao Ayuth. Gesendet wurde im Sinne der republikanischen Regierung Lon Nols und ihres neuen Verbuendeten, die USA. Erstmals wurden amerikanische Filme aus Hollywood gesendet. Doch der Republikanismus und die aus den USA importierte Medienkultur hielt nur fuenf Jahre. Am 15. April 1975 marschierten die Roten Khmer in Phnom Penh ein, riefen das Ende der zweitausendjaehrigen Geschichte Kambodschas aus, sprachen von einer voelligen Umwaelzung der bestehenden gesellschaftlichen und oekonomischen Verhaeltnisse, und zerstoerten unter diesem Vorwand auch das staatliche Fernsehen. Bis zum Jahr 1984 gab es in Kambodscha kein Fernsehen mehr. Lediglich die Radiostation der Roten Khmer sendete ihre Revolutionsprogramme (Ham Samnang 2002, S. 30). Vereinzelt wurden Propagandafilme produziert, welche ueber mobile Kinos im Land verbreitet wurden. 'Die Propagandafilme sprachen davon, dass man kein Geld brauche, und demgegenueber der Reis das Ueberleben und den Reichtum des neuen 'Demokratischen Kampuchea' sichern wird. Im Radio wurde nur traditionelle Musik gespielt, Popmusik, wie im Westen an Popularitaet gewinnend, war der kambod-schanischen Bevoelkerung versagt', erinnert sich Mao Ayuth und erzaehlt weiter, dass lediglich zwanzig der von den in den 60er und Anfang der 70er Jahre Angestellten des staatlichen Fernsehensenders das Rote Khmer Regime ueberlebt haben:"Nur zehn Fernsehjournalisten sind im Land geblieben, die restlichen wanderten nach Amerika aus."


Erst der Einmarsch einer kambodschanischen Widerstandsallianz und ein militaer-isches Grossaufgebot Vietnams am 7. Januar 1979 beendete die Schreckens-herrschaft der Roten Khmer, bei der nach neueren Schaetzungen bis zu zwei Millionen Menschen ermordet wurden (www.dccam.org). Im Jahr 1984 wurde das bis heute gleichlautende staatliche Fernsehen Kambodschas (TVK - Television National Kampuchea) wiedereroeffnet. Aber auch unter dem neuen Regime von Heng Samrin blieben elektronische Medien in erster Linie Macht-, Kriegs- und Propagandamittel. Sie wurden vom Regime dazu genutzt, die Idee des vietnamesischen Sozialismus von dem des gestuerzten Rote-Khmer-Regimes abzugrenzen. Dem Ministerium fuer Propaganda und Information war die Medienpolitik untergeordnet und damit auch Inhalt, Postenbesetzung und Programm des staatlichen Fernsehens:"Ziel war es, Presse und Rundfunk als wirksame Instrumente der ideologischen Arbeit eine schnelle, massenhafte Verbreitung der Parteipolitik zu sichern sowie die Massen zum Kampf fuer den Fortschritt, gegen reaktionaeren Rueckschritt und zur aktiven Teilnahme beim Aufbau der neuen Gesellschaft und des neuen Menschen zu mobilisieren." (Christina Chim, 2000, S. 283). Das staatliche Fernsehen kam dieser Zielsetzung jedoch nicht nach, weil die technischen Kapazitaeten fuer den Ausbau derselben als Massenmedium fehlten. So sendete TVK lediglich drei Stunden taeglich und zudem nur in Schwarz-Weiss-Bildern: "Das Medium Fernsehen stand aufgrund sehr kostenintensiver Investitionen erst am Anfang seines Aufbaus und konnte nur fuer wenige Stunden pro Tag ein Programm absetzen. In Rechnung gestellt werden muss auch, dass bis Ende der 80er Jahre ein Grossteil der Bevoelkerung sich kaum ein Fernsehgeraet leisten konnte beziehungsweise die unzureichende, auf wenige Ballungsgebiete beschraenkte Stromversorgung ein weiteres, nicht zu unter-schaetzendes Hemmnis darstellte. (Christina Chim, 2000, S. 284). Bis Ende der 80er blieb TVK der einzige lokale Fernsehsender des Landes. Lediglich ein vietnamesischer Fernsehsender von der Botschaft Vietnams aus sendend und das Russische Fernsehen, welches ueber den Satelliten Sputnik empfangen wurde, relativierten die Monopolstellung des staatlichen Fernsehens.


Im Gegensatz dazu, war das Radio in den 80er Jahren bereits ein weitverbreitetes Medium, war dieses doch guenstig zu erwerben und durch Batteriebetrieb auch unabhaengig von der Stromversorgung. Nach Installierung des neuen Regimes von Heng Samrin mit Rueckendeckung der vietnamesischen Regierung folgte ein zwoelf-jaehriger Buergerkrieg (1979-1991). Monarchisten und Republikaner begruessten zwar den Sturz des Rote-Khmer-Regimes, waren aber gleichzeitig gegen die von Vietnam eingesetzte Zentralregierung in Phnom Penh. Schliesslich fanden sich die Fraktionen der Roten Khmer, Republikaner und Monarchisten zu einer breiten Widerstandsallianz an der Grenze zu Thailand ein, von wo aus mit militaerischen Mitteln der Sturz der Zentralregierung in Phnom Penh versucht wurde. Dem Radio kam dabei als Kriegs- und Propagandamittel eine zentrale Rolle zu. Die Zentralregierung Heng Samrin's kontrollierte drei Radiostationen in der Hauptstadt Phnom Penh, die acht Stunden taeglich sendeten: das nationale Radio, die Radiostation FM 103 und ein weiterer lokaler Sender, der allerdings lediglich Kopien der Programme des staatlichen Rundfunks sendete (Barisoth Sek 2000, S. 20/21). Eine restriktive Medienpolitik unterstuetzte zusaetzlich die Medienprogaganda des Heng Samrin Regimes: "Key editorial personnel met once a week with the Central Committee's Department of Education and Propaganda to review their work and set future goals. Dissent was systematically repressed and information monopolized by the regime." (Ham Samnang 2002, S. 28) Bis ins Jahr 1986 wurden keine westlichen Journalisten ins Land gelassen. Ein Gesetz aus dem Jahr 1987 weist auf die Bedeutung der absoluten Kontrolle der Medien, wie es damals Regierungspolitik war hin: "Prohibition of playing the music and broadcasting publicly of the reactionary songs in the Pass, the foreign songs from the capitalist countries and the use of loud speakers" (UNDP Legal Database 1998). Die Widerstandsallianz der Roten Khmer, Monarchisten und Republikaner demgegenueber wurde von den Radiostationen 'Voice of America' und 'Radio Free Asia' von Thailand aus unterstuetzt und sendete ihre Politik- und Kriegs-propaganda ueber zwei eigenene Radiostationen. Eine war im Besitz der Roten Khmer, die sich bis zum Jahr 1997 als Sprachrohr derselben in der Provinz Pailin gehalten hat. Die zweite Station nannte sich ' Voice of Khmer' und wurde von den republikanischen und monarchistischen Widerstandskraeften betrieben. Aus den damaligen Buergerkriegs-Radiostation 'Voice of Khmer' sind heute zwei 'zivile'' Radiosender hervorgegangen (Radio FM 88 und Radio FM 90 Reachsey - siehe dazu weiter unter Kap. 3).


2.2 Elektronischer Medienboom in den 90er Jahren

Mit Unterzeichnung der Pariser Friedensvertraege im Jahr 1991 einigten sich die Buergerkriegsparteien auf eine Beendigung der militaerischen Auseinandersetzungen und die Durchfuehrung von demokratischen Wahlen, anhand derer entschieden werden sollte, wer in Kambodscha die neue Regierung stellt. Mit den Pariser Friedens-vertraegen waren auch erstmals die Voraussetzungen fuer eine Modernisierung und den Ausbau der elektronischen Medien in Kambodscha geschaffen. Der Medienkrieg, in Kambodscha ueber das Radio ausgetragen, fand zwar seine Fortsetzung bis spaet in die 90er Jahre. Letzte Relikte eines vergangenen Buergerkrieges sollte die Fernsehstation CTV 9, die Radiostation Beheeve und die Radiostation 'Reachsey' werden, die in der Juli-Krise 1997 voellig zerstoert wurden - Gesamtschaden von 2 Millionen Dollar - und der Radiosender der Roten Khmer - Sendestille im Jahr 1997 (Lor Chandara 2000, S. 36). Doch fuehrten die ersten Jahre nach den Parlamentwahlen zu einem guenstigen Investitionsklima. Zwischen 1994 und 1997 wurden rund 7,7 Millionen Dollar in den Medienbereich investiert (Cambodia Investment Guide 2002, S. 82). Gleichzeitig schuf die Verabschiedung eines Investionsgesetzes noch im Jahr der ersten demokratischen Parlamentswahlen 1993, die rechtlichen Voraussetzungen fuer Investitionen im Medienbereich. Allein in den 90er Jahren sind fuenf neue Fernsehstationen entstanden, eine weitere wurde 2003 eroeffnet. Zu den Hauptinvestoren im Medienbereich zaehlen, Thailand, Japan, Australien, Schweden und Frankreich. Zwei in den 90er Jahren gegruendete Fernsehstationen sind joint-venture Unternehmen mit thailaendischen Medienkonzernen. Die im Jahr 2003 gegruendete Fernsehstation CTN ist ein joint-venture Unternehmen mit einem schwedischen Medienkonzern. Das staatliche Fernsehen wird heute insbesondere von Japan, Australien und Frankreich durch Hilfsgelder, sowie technische und journalistische Expertise unterstuetzt.


Parallel dazu hat auch der Radiosektor mit gegenwaertig dreizehn Radiostationen stark expandiert. Charakteristisch fuer viele Radiostationen des Landes ist ihre An-bindung an eine Fernsehstation. Lediglich fuenf Radiostationen operieren unab-haengig von einer Fernsehstation (siehe Kap. 3 weiter unter). Eine grosse Zahl von Radiostationen konzentriert sich in der Hauptstadt Phnom Penh, womit diese den hoechsten Grad an Medienplurarismus im Land aufweist. Parallel dazu ist der Medienkonsum der kambodschanischen Bevoelkerung rapide angestiegen. In den Jahren 1993/94 verfuegten lediglich 21,6 % der kambodschanischen Haushalte ueber ein Fernsehgeraet und 31,4% ueber ein Radiogeraet (Cambodian Statistical Yearbook 2001). Demgegenueber waren es im Jahr 2001 bereits 82,2% der urbanen Haushalte und 46% der ruralen Haushalte, die ein Fernsehgeraet, und 80,9 % der urbanen Haushalte und 48% der ruralen Haushalte, welche ein Radiogeraet besassen (CFI Report 2002). Inzwischen hat auch das Kabelfernsehen in Kambodscha Einzug gehalten. Rund 14,4% der urbanen und 9,3% der ruralen Bevoel-kerung haben ueber Kabel Zugang zu mehr als 60 Fernsehstationen weltweit. Einer Statistik ueber das Medienkonsumverhalten der kambodschanischen Bevoelkerung in der Hauptstadt Phnom Penh und der bevoelkerungsreichsten Provinz Kampong Cham zufolge, schauen KambodschanerInnen rund 2-3 Stunden taeglich fern (National Institute of Managment Sept. 2002). Demgegenueber ist Radio zwar beliebt, aber in der Haeufigkeit des Radiokonsums laesst sich ein ruecklaeufiger Trend festmachen. So horchen laut einer statistischen Erhebung aus dem Jahr 2000 lediglich 36% taeglich Radio, 15% einmal woechentlich, 6% weniger als einmal woechentlich und 43% ueberhaupt nie (Survey on the Cambodian Electorate 2002). Dennoch bleibt das Radio nach dem Fernsehen die wichtigste mediale Informationsquelle der kambod-schanischen Bevoelkerung: 54% bedienen sich des Fernsehens, 44% des Radios und nur 6% der Printmedien (Survey on the Cambodian Electorate 2002). Die niedrige Alphabetenquote von 37,1% (Jarvis Helen 2002, S. 7-16) hat den Boom im elektronischen Medienbereich in Kambodscha nachhaltig beguenstigt: "The rate of illiteracy is increasing year by year, because of the number of children who are not attending school or who drop." (Jarvis Helen 2002, S. 7-18).


2.3 Funktionsdiversifizierung des elektronischen Mediensektors

Wie der historische Rueckblick bereits aufgezeigt hat, waren elektronische Medien in Kambodscha lange Zeit Macht-, Kriegs- und Propagandamittel von politischen Eliten des Landes. Die politische Tradition, ueber Radio und Fernsehen die Bevoelkerung fuer die jeweilige Politik der eigenen Partei zu gewinnen, hat die elektronische Medien-landschaft Kambodschas bis heute nachhaltig gepraegt. Fast alle Radio- und Fernsehstationen des Landes weisen parteipolitische Affilitaeten auf. Zwar ist es laut eines Dekrets des Ministeriums fuer Information aus dem Jahr 1993 fuer politische Parteien verboten, Radio- und Fernsehstationen zu betreiben. Jedoch wird das Prinzip der politischen Unabhaengigkeit der Medien damit umgangen, dass Lizenzen an Privatpersonen und Unternehmen vergeben werden, aber nicht eine politische Partei als solche eine Lizenz beantragt hat. Dies gilt zum Beispiel fuer die bereits im Jahr 1991 gegruendete Fernsehstation CTV 9. Laut dem Manager des Unternehmen wurde CTV 9 von der Koenigspartei FUNCIPEC urspruenglich aus dem Motiv heraus gegruendet, fuer die Partei bei den Parlamentswahlen 1993 und 1998 Wahlkampf zu machen. Ein anderes Beispiel ist die Fernsehstation Bayon, welche offiziell der Frau des Premierminister des Landes, Samdech Hun Sen, gehoert, jedoch in der Oeffentlichkeit als dessen persoenlicher Repraesentationssender gilt. Zu nennen ist auch die Fernsehstation Apsara TV, die im Besitz eines hochrangigen Mitglieds der amtierenden kambodschanischen Volkspartei (CPP-Cambodian Peoples Party) ist. Parteiaffilitaeten finden sich auch in den Radiostationen. Gerade juengst hat die Koenigspartei FUNCIPEC angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen einen neuen Radiosender gegruendet, welche Informationen in ihrem Sinne sendet. Auch die seit den Parlamentswahlen des Jahres 1998 an Popularitaet gewinnende Oppostionspartei Sam Rainsy versuchte mehrmals einen eigenen Radiosender zu gruenden. Bisher wurde dies vom Ministerium fuer Information aber mit der Begruendung abgelehnt, dass keine Lizenzen im elektronischen Medienbereich an politische Parteien vergeben werden. Rueckendeckung bekommt die Sam Rainsy Partei allerdings von der in Phnom Penh populaeren Radiostation Beheeve, der laut Medien-beobachtern eine politische Naehe zur Sam Rainsy Partei nachgesagt wird.


Neben der parteipolitischen Affilitaet vieler Fernseh- und Radiostationen haben die 90er Jahre jedoch auch eine Diversifizierung der Funktionen von Radio- und Fernsehstationen gebracht. Sie sind nicht mehr nur in ihrer Funktion als Macht-, Kriegs- und Propagandamittel von kambodschanischen politischen Eliten zu sehen. Elektronische Medien in Kambodscha werden in zunehmenden Masse von Wirtschaftsinteressen bestimmt. Nachdem Fernsehen und Radio die neuen Medien Kambodschas sind, um Nachfrage fuer neue Konsumartikel bei der kambod-schanischen Bevoelkerung zu schaffen, werden diese fuer den Wiederaufbau und die Transformation der kambodschanischen Wirtschaft in ein liberal-marktwirtschaftliches System als von essentieller Bedeutung wahrgenommen. Die Fernsehstationen TV 3 und TV 5 sind aus dieser Motivlage heraus entstanden. Zwei thailaendische Medienkonzerne, in Verbindung mit Export/Import-Unternehmen aus Thailand, werben in Fernseh- und Radiostationen fuer Konsumartikel im Land. In der Fernsehstation TV 5 kostet eine Minute Werbung zur Haupsendezeit bereits 720 Dollar. Zum Vergleich: Werbung in Radiostationen bewegt sich durchschnittlich zwischen ein und fuenf Dollar pro Minute. Auch die neue Fernsehstation CTN - gegruendet im Jahr 2003 - soll vordergruendig aus dem Motiv heraus entstanden sein, die Werbekosten fuer ein Konglomerat an Unternehmen zu senken, die an der neuen Fernsehstation mitbeteiligt sind. Das elektronische Medien ein Geschaeft sind, zeigt sich allein darin, dass ein Land mit lediglich 12 Millionen Einwohnern, wovon 38% unter der Armutsgrenze leben - eine sehr hohe Dichte an Fernsehstationen (sieben in der Zahl) und Radiostationen (13 in der Zahl) aufweist und dieses Jahr mit einer Gesamtinvestition von 10 Millionen Dollar eine weitere Fernsehstation (CTN) gegruendet wurde. Der Werbemarkt Kambodschas soll sich in Groessenordnungen von 40 Millionen US-Dollar bewegen (Interview Glen Felgate, 2003).

Weitere Charakteristika der Funktionsdiversifizierung der elektronischen Medien ist in ihrem bildungspolitischen Auftrag zu sehen. Eine Vorreiterrolle spielte dabei das von der UN-Friedensmission im Jahre 1993 gegruendete UNTAC-Radio, das aus dem Motiv heraus entstanden ist, die kambodschanische Bevoelkerung ueber ihre Rechte und Pflichten und die Bedeutung der ersten demokratischen Parlamentswahlen Kambodschas aufzuklaeren. Internationale und lokale Medienbeobachter fuehren die hohe Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen 1993 unter anderem auf die Informationsprogramme der Radiostation von UNTAC zurueck (so z. B. Ham Samnang 2002, S. 31). Weitere Informationskampagnen ueber Fernsehen und Radio folgten im Gesundheitsbereich zur Aufklaerung ueber Aids. Laut einer im Jahr 1995 durchgefuehrten Studie zur Medienwirkung von Medienkampagnen zum Thema 'AIDS' wurde deren Aufklaerungs- und Bildungseffekt in Kambodscha hoch eingestuft: "Basic awareness of AIDS appears to be high - 99% of rural and almost 100% of the urban respondents had heard of the disease. In the rural study, the source of information was equally radio and television where as in the urban study, more people had become aware of AIDS through televison than through radio." (Krishnamurthy Veena 1995, S. 28). Auch neuere Studien weisen auf den Bildungs- und Informationseffekt elektronischer Medien hin. So zum Beispiel im Fall von Wahlinformationskampagnen, bei denen nach einer empirischen Erhebung aus dem Jahr 2000 festgestellt wurde, dass fuer 72% der kambodschanischen Bevoelkerung, Fernsehen eine wichtige Ressource fuer Wahlinformationen ist (Survey on the Cambodian Electorate 2002).

Alle Fernseh- und Radiostationen des Landes sind sich dieser Zuschauersegmente bewusst und senden daher Bildungsprogramme aus verschiedenen Bereichen, die von Fremdsprachen (englisch, franzoesisch), Wirtschaft, Computer bis zur Geschichte des Landes reichen. Laut einer empirischen Studie zum Medienkonsumverhalten in der Provinz Kampong Cham und der Hauptstadt Phnom Penh aus dem Jahr 2002, gehoeren Dokumentationen und Fremdsprachen zu den beliebtesten Bildungs-sendungen im Land (National Institute of Managment 2002, S. 16). Weitere Beispiele fuer die Bedeutung des Bildungsfernsehen in Kambodscha sind die eigens fuer Frauenanliegen gegruendete Radiostation 'Womens Media Centre', Sendungen zu Ethik und Moral wie von der Fernsehstation Apsara TV gesendet, Rechtsinformations-sendungen ('TV Show explains new land ownership law' -Cambodia Daily, 07.11.2002) oder die derzeit laufende Medienkampagne gegen Gewalt in der Familie.


2.4 Technologiedefizite

Kambodschas elektronische Medienindustrie ist kein hochtechnisierter Sektor. Nachdem der Aufbau von Medienstrukturen im Land erst im Jahr 1993 nach Beend-igung des Buergerkriegs beginnen konnte und es bis heute an finanziellen Mitteln fehlt hochmoderne Technologie fuer den elektronischen Mediensektor zu kaufen, arbeiten viele der Fernseh- und Radiostationen noch mit veralteter Ausruestung. Der niedrige Technologisierungsgrad drueckt sich zum einen in der unzureichenden Sendeleistung vieler Fernseh- und Radiostationen aus, zum anderen in der Abhaengigkeit von auslaendischer Technologie, um mehr Sendeleistung zu schaffen. Dies gilt zum Beispiel fuer das staatliche Fernsehen und die Fernsehstation Bayon, welche ueber einen Vertrag mit dem thailaendisch-malayischen Unternehmen 'Cambodia Samart Communication', ihre Sendeleistungen ueber den zu diesem Unternehmen gehoer-enden Satelliten verbessern konnten. Die Sendequalitaet der Fernseh- und Radio-stationen ist laut einer Erhebung aus dem Jahr 2002 in vielen Faellen unzureichend (CFI Report 2002). Ein weiteres Beispiel ist die fehlende Digitalisierung des elektro-nischen Medienbereichs. Bis auf die neue Fernsehstation CTN und die Radiostationen FM 97,5 von TV 3 und Radio 'Ta Phrom' operieren alle Fernseh- und Radiostationen immer noch mit analogem System und Video- und Audiokassetten. Deren Archivierung gegenueber der digitalisierten Version ist schwierig und angesichts der weltweiten Digitalisierung elektronischer Medien nicht mehr kostenguenstig (Interview CTV 9 2003, Interview National Radio 2003). Selbst das staatliche Fernsehen, dass zu den modernsten des Landes zaehlt, verfuegt in ihrem Produktionsstudio nicht ueber aus-reichende Beleuchtungskapazitaeten. Des weiteren koennen derzeit nicht alle fuer die lokale Nachrichtenberichterstattung wichtigen Ereignisse vom staatlichen Fernsehen abgedeckt werden, nachdem nur ein einziges mobiles Fernsehteam zur Live-Uebertragungen von wichtigen Ereignissen vorhanden ist (Ministry of Information 2002,, S. 6/7).


2.5 Professionalisierungsdefizite

Im Durchschnitt sind weniger als 50% des Personals von Fernseh- und Radiostationen Kambodschas qualifizierte Fachkraefte. Den Ergebnissen der Interviews mit allen Fernseh- und Radiostationen zufolge, ist die Nachfrage nach Medienfachkraeften gross. Es hat bisher in Kambodscha in den letzten zehn Jahren an essentiellen Ausbildungsmoeglichkeiten fuer Radio- und Fernsehjournalisten gefehlt. Ausdruck des niedrigen Professionalisierungsgrades sind die oft und viel kritisierte Nachrichten-berichterstattung von Fernseh- und Radiostationen, die sich derzeit lediglich auf eine flache Berichterstattung ueber die Aktivitaeten von Regierungsmitgliedern beschraenkt wobei nur Augenmerk darauf gelegt wird, die hierarchische Rangfolge der einzelnen politischen Wuerdentraeger zu beruecksichtigen. Das heisst, dass Nachrichten ueber Koenigsfamilie gesendet werden, dann Nachrichten ueber den Premierminister, die einzelnen Ministerien, das Nationalparlament, den Senat und schliesslich Aktivitaeten von Nicht-Regierungsorganisationen (Interview TVK, TV 3, TV Bayon, 2003). Es fehlt ganz offensichtlich an einer breiten gesellschaftspolitischen Nachrichten-bericht-erstattung, die verschiedenste Interessensgruppen der Bevoelkerung miteinbezieht. Einige der wenigen Ausnahmen diesbezueglich ist das mit Unterstuetzung von UNESCO und Asia Foundation gegruendete 'Womans Media Centre', dass Live-Interviews schaltet und die Rolle der Frau in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft des Landes zu verbessern sucht (Interview Radio WMC, 2003). Oft fehlt es einfach auch an qualifizierten Personal, um eigene Nachrichten fuer die lokale Nachrichtenbericht-erstattung aufzuarbeiten. Manche Radiosender zum Beispiel kopieren lediglich die Nachrichtenberichterstattung von kambodschanischen Tageszeitungen, ohne Eigen-recherchen durchzufuehren (Interview FM 88 2003). Zum Teil werden dieselben Nachrichten an einem Tag mehrfach wiederholt oder am naechsten Tag noch einmal gesendet (IMPAC-Institute for Media, Policy and Civil Society /KAF-Konrad Adenauer Foundation 2002, S. 8 u. 10). Verbreitet ist auch die Kopie internationaler Nachrichten-berichterstattung von auslaendischen Nachrichtensendern wie CNN und BBC (Interview TVK 2003). Des weiteren fehlt es dem Personal oft an den fuer den Medien-bereich notwendigen Englisch-Sprachkenntnissen. Viel technisches Geraet kennt keine Bedienungsanleitungen in der Khmer-Sprache, womit das Potential mancher Technik vom Personal nicht voellig ausgeschoepft werden kann (Interview CTV 9 2003).

Eine zentrale Ursache fuer den niedrigen Proffessionaliserungsgrad im elektronischen Medienbereich ist darin zu sehen, dass Entwicklungshilfeorganisationen und Kam-bodschas Regierung in den 90er Jahren ihre Bildungspolitik in erster Linie auf die Aus-bildung von Printjournalisten ausgerichtet haben und nur punktuell die Profession-alisierung des Radio- und Fernsehjournalismus vorantrieben - und dass, obwohl die Verbreitung von Zeitungen und der Konsum derselben in Kambodscha sehr gering ist, demgegenueber aber der elektronische Mediensektor bereits in den 90er Jahren stark boomte. Chour Sokeang von der Asia Foundation - eine der wichtigsten Geldgeber und Foerderer von Medienlehrgaengen Kambodschas - fuehrt dies darauf zurueck, dass es fuer die Ausbildung von Radio- und Fernsehjournalisten kostspieliger Aus-ruestungen bedarf, die in den 90er Jahren einfach nicht aufzubringen waren.

Zu den wenigen Ausbildungsstaetten fuer Radio- und Fernsehjournalisten in den 90er Jahren zaehlte lediglich das von der UNESCO eingerichtete Cambodian Communication Institute, dass inzwischen in das 'Department of Media and Communication der 'Royal University of Phnom Penh' integriert wurde. Das 'Cambodian Communication Institute' verfuegt ueber eine fuer Radiojournalisten eigens installierte Radiostation. Dessen Ausruestung gilt in der Zwischenzeit jedoch aufgrund des analogen Systems als veraltet, wie der Direktor des Instituts, Sek Boriseth, anmerkt. Nach diesem hat die Durchfuehrung von Trainings die Qualitaet der Nachrichtenberichterstattung in Radio und Fernsehen zwar verbessert, aber eine Fortfuehrung von Trainings- und Ausbildungslehrgaengen fuer Radio- und Fernseh-journalisten ist weiterhin notwendig (Interview Sek Barisoth, 2003).

Daneben wurden lediglich vereinzelt Trainings und Lehrgaenge fuer Fernseh- und Radiojournalisten angeboten. Hierzu gehoert zum Beispiel die Organisation IMPAC, welche im Jahr 1999 mehrere Trainings fuer Radiojournalisten durchfuehrte (Edman, Britt-Louise 2000, S. 27). Zu nennen ist auch das 'Mekong Regional Broadcasting Development Project', das von Australien durchgefuehrt, vor allem auf eine Proffessionalisierung des staatlichen Fernsehens abzielte (ABC - Australian Broadcasting Cooperation 1997, S. 5/6). Derzeit bietet lediglich die Fernsehstation TV 5 Trainings ueber ihren thailaendischen Geschaeftspartner fuer das eigene Personal an. Hinzu kommen dreissig Studenten verschiedenster Fakultaeten, die jaehrlich bei TV 5 erste praktische Erfahrungen im Fernseh- und Radiobereich sammeln koennen. Zu nennen ist auch das Women Media Centre, dass jaehrlich fuer drei bis vier Studenten Praktikumsplaetze anbietet. Ansonsten ist das System von Praktikums-plaetzen in Kambodscha nicht bekannt oder wird von den einzelnen Medien-unternehmen als Chance fuer eine weitere Proffessionalisierung der Radio- und Fernsehjournalismus nicht wahrgenommen.

Eine Verbesserung der Professionalisierung des Radio- und Fernsehjournalismus ver-spricht demgegenueber der zwischenzeitlich in Kooperation mit der deutschen Konrad Adenauer Stiftung (KAF) von der 'Royal University of Phnom Penh' eingerichtete journalistische Studiengang. Dieser soll zukuenftig die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskraeften im elektronischen Mediensektor befriedigen (Department of Media and Communication - DMC). Der Studiengang dauert vier Jahre und wird mit einem Bachelor Degree in 'Media Management' abgeschlossen. Im Jahr 2005 koennen Fernseh- und Radiostationen mit den ersten qualifizierten Absolventen des Studien-ganges rechnen. Ein Praktikumsprogramm soll dabei dafuer sorgen, dass Medien-studenten in Medienunternehmen des Landes fruehzeitig auf ihre zukuenftigen Arbeits-felder vorbereitet werden. Neben dem Studiengang plant das DMC auch Training-Programme fuer praktizierende Radio- und Fernsehjournalisten. Hierzu soll ein dreimonatiges Intensiv-Training fuer das Jahr 2003 angeboten werden. DMC-Direktor Sothearit betont die Notwendigkeit der Professionalisierung: "Fernsehen und Radio sind die einflussreichsten Medien im Land, es braucht mehr Professionalisierung vor allem in der Nachrichtenberichterstattung und in der Produktion von Dokumentar-filmen' (Interview Sothearit, 2003). Auch das Ministerium fuer Information hat inzwischen ein weiteres Medientrainingszentrum (Media Training Centre - MTC) geplant, dass auf die Ausbildung von Beamten des Ministeriums fuer Information (siehe Kap 3) zielt, Pressesprecher professionalisieren und den Lokaljournalismus im Land staerken soll (Interview An Bannaroeun 2003).


3. Kambodschas Medienakteure

In Kambodscha sind Fernsehen und Radio die wichtigsten Informationsquellen. Ihre Bedeutung hat deutlich zugenommen, wie der Anstieg des Medienkonsums Ende der 90er Jahre dies aufgezeigt hat. Auch das Internet kann als neuer Medienakteur genannt werden, wenn es auch bis heute ein Minderheitenmedium in Kambodscha geblieben ist. Eine Fernsehassoziation versteht sich als Interessenvertretung aller Fernsehstationen und ein eigenes Ministerium (Ministerium fuer Information) gibt die politischen Richtlinien fuer die elektronischen Medien Kambodschas vor. Wer sind Kambodschas Medienakteure, die heute in der Verantwortung stehen, Kambodschas Bevoelkerung zu unterhalten, zu informieren und zu bilden.?.2



3.1 Kambodschas Fernsehstationen

Sieben Fernsehstationen versorgen 13 Millionen Einwohner derzeit mit Information und Unterhaltung, damit ist die Dichte an Fernsehstationen im Land ausgesprochen hoch. Empirische Erhebungen zeigen, dass Fernsehen das Medium Radio als Hauptinformationsquelle ueberholt hat (siehe Kap. 2.2). Eine nationale Reichweite haben in Kambodscha derzeit vier Fernsehstationen: das staatliche Fernsehen (TVK), die Fernsehstation Bayon, die Fernsehstation der Royal Cambodian Army (TV 5) und die Fernsehstation Television 3 (TV 3).


Mit Ausnahme von Apsara TV (TV 11), die fast eine nationale Reichweite hat - sie sendet nicht in den Provinzen Bantey Machey, Siem Reap, Kompong Som, Koh Kong und den nordoestlichen Regionen Modulkiri, Rattanakiri und Kratie, senden zwei weitere Fernsehstationen in Phnom Penh und naeherer Umgebung (250km Radius): die Fernsehstation Cambodian Television 9 (CTV 9) und die im Jahr 2003 neugegruendete Fernsehstation Cambodian Television Network (CTN). Ueber Kabel sind zwar theoretisch alle Fernsehstationen erreichbar, jedoch ist das Kabelfernsehen nicht sehr verbreitet. Lediglich 14,4% der urbanen Bevoelkerung verfuegen ueber einen solchen Anschluss. In ruralen Gebieten ist Kabelfernsehen nicht vorhanden (CFI Report 2002). Uber Satellitenschuesseln zu empfangen sind auch das staatliche Fernsehen TVK und die Fernsehstation Bayon TV. Das Satellitenfernsehen wie auch das Kabelfernsehen ist allerdings heute noch kein weitverbreitetes Medium in Kambodscha.


Nach empirischen Erhebungen aus dem Jahr 2000, durchgefuehrt im gesamten Land (Survey on the Cambodian Electorate 2002), zaehlt die Fernsehstation der Royal Cambodian Army (TV 5) zur meistgeschauten Fernsehstation des Landes (35%), gefolgt vom staatlichen Fernsehen TVK (20%), der Fernsehstation CTV 9 (19%), TV 3 (10%), Bayon (7%) und Apsara TV (5%). Dieser Trend hat sich bis auf geringfuegige Abaenderungen auch im Jahr 2002 forgesetzt. Nach einer empirischen Erhebung in Phnom Penh und der Provinz Kampong Cham (bevoelkerungsreichste Provinz des Landes) rueckt lediglich Apsara TV vor Bayon TV (National Institute for Management 2002). Differenzen in den meistgeschauten Fernsehstationen des Landes zeigen sich allerdings bei differenzierteren Erhebungen, die zwischen ruralen und urbanen Gebieten unterscheiden. Nach einer empirischen Erhebung, durchgefuehrt im Jahr 2001, zaehlen die Fernsehstation TV 5 und das staatliche Fernsehen TVK zwar weiterhin zu den meistgeschauten Fernsehstationen des Landes, jedoch zeigen sich Abweichungen in urbanen und ruralen Gebieten ausserhalb Phnom Penh's. Bayon TV zaehlt beispielsweise in urbanen Gebieten ohne Phnom Penh mit 26,5 %, gefolgt von TVK (22,1%) und TV 5 (22,1%) zu den meistgeschauten Fernsehstationen des Landes. In ruralen Gebieten liegt der Sender jedoch hinter TV 5 und TVK, besetzt aber immer noch den dritten Platz mit 20,3%. TV3, der in Phnom Penh im Ranking Platz Drei besetzt, hat demgegenueber in ruralen Gebieten und urbanen Gebieten ohne Phnom Penh nur geringe Zuschaueraudienzen - 2,5 % in urbanen Gebieten ohne Phnom Penh, 5,9% in ruralen Gebieten (CFI Report 2002). Die folgende Darstellung folgt dem durch empirische Erhebungen erhobenen Reichweiten und Popularitaets-grad der einzelnen Fernsehstationen.


3.1.1 Royal Cambodian Army Television (TV 5)

Wie die obigen Umfragestatistiken zeigen, ist die Fernsehstation 'TV 5' der meist-geschaute Fernsehkanal Kambodschas. TV 5 ging aus dem urspruenglich thailaend-ischen Unternehmen IBC (International Broadcasting Cooperation) hervor, dass im Jahr 1991 gegruendet wurde, jedoch in Konkurs ging. Im Jahr 1995 gruendete das Ministerium fuer Verteidigung in Kooperation mit dem thailaendischen Medienkonzern KANTANA den Nachfolgesender TV 5 (www.kantana.com). Die Fernsehstation gehoert heute zur Haelfte dem Ministerium fuer Verteidigung, zur anderen Haelfte dem thailaendischen Medienkonzern KANTANA, die einen Kooperationsvertrag MIT dreissigjaehriger Laufzeit vereinbart haben. Unterhaltungsprogramme und Werbung werden von der Fernsehstation selbst, ohne Einflussnahme durch das Ministerium fuer Verteidigung gestaltet. Demgegenueber ist die Nachrichtenberichterstattung direkt dem Ministerium fuer Verteidigung unterstellt, das politische Richtlinien vorgibt. Das Ministerium fuer Verteidigung wird derzeit von zwei Ministern gefuehrt, Minister Tea Banh von der kambodschanischen Volkspartei (CPP) und Minister Sisowath Sereyrath von der Koenigspartei FUNCIPEC. Auch wird eigenes Personal fuer die Nachrichtenberichterstattung gestellt. Von den 140 Mitarbeitern der Fernsehstation gehoeren rund 30% dem Verteidigungsministerium an. Derzeit sind drei Fernsehteams mit der lokalen Nachrichtenberichterstattung von TV 5 betraut. Ein Team verfolgt die Aktivitaeten des Koenigs, ein drittes die Aktivitaeten von Premierminister Hun Sen, ein Drittes die Aktivitaeten des Koalitionspartners und Parteifuehrers der Koenigspartei FUNCIPEC, Norodom Ranariddh. Internationale Nachrichten werden derzeit von CNN, BBC und dem thailaendischen Nachrichtensender UBC uebernommen. Die Fernsehstation sieht sich als neutraler Berichterstatter. Begruendet wird dies damit, dass die Fernsehstation der kambodschanischen Armee gehoert und damit ausserhalb der Parteipolitik steht, wie der Medienberater von TV 5, Kaplika, betont. Jedoch werden nur Nachrichten von den Regierungsparteien gesendet, waehrend die Oppositionspartei Sam Rainsy von der Berichterstattung bis auf wenige Ausnahmen weitgehend ausgeschlossen bleibt: "Was denken die Leute, wenn wir Informationen ueber Sam Rainsy senden, dass die Armee Sam Rainsy unterstuetzt ? Das koennen wir nicht machen. Wir folgen der Regierungspolitik" (Interview Kaplika 2003). TV 5 hat eine nationale Reichweite mit drei Verteilerstationen in Kratie, Siem Reap und Kampong Som. Laut Generaldirektor Dr. Krisada Manoonwong ist TV 5 in erster Linie aus der Motivation heraus gegruendet worden, die Menschen im Land zu informieren, zu unterhalten und zu bilden. Zu bekannten Bildungsprogrammen gehoeren Familien- und Frauensendungen. Dokumentationen fehlen jedoch im Fernsehprogramm des Senders. Demgegenueber sind regelmaessig gesendete Musik- und Sportsendungen am Wochenende, wie das Khmer-Boxing, Kassenschlager. Die Fernsehstation kann sich zu hundert Prozent aus Werbeeinnahmen finanzieren. TV 5 hat Grossunter-nehmen wie Nestle, Tiger Beer und den Softdrink Hersteller M 150 als Kunden. Das Personal der Fernsehstation ist gut ausgebildet, nachdem ueber den thailaendischen Geschaeftspartner Trainings- und Ausbildungsprogramme fuer das Personal in Thai-land durchgefuehrt werden. Hinzu kommen Praktikumsprogramme, die es jaehrlich dreissig Studenten ermoeglichen, erste praktische Erfahrungen im Medienunter-nehmen TV 5 zu sammeln.


3.1.2 Das staatliche Fernsehen 'Television Kampuchea' (TVK)

Die staatliche Fernsehstation TVK ist die aelteste Fernsehstation Kambodschas. Sie wurde im Jahr 1966 gegruendet, waehrend der Herrschaft der Roten Khmer im Jahr weitgehend zerstoert (1979) und im Jahr 1983 wieder aufgebaut. Bis zum Jahr 1991 war TVK die einzige Fernsehstation des Landes. Im Jahr 1983 waren lediglich 20 Personen in der Fernsehstation beschaeftigt. Heute beschaeftigt das Unternehmen insgesamt 270 Personen. Das jaehrliche Budget der Fernsehstation betraegt 330.000 Dollar. Wichtige Einnahmequellen von TVK sind der Verkauf von Sendezeiten an Ministerien, internationale Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, Unter-stuetzungen der Regierung und Entwicklungshilfegelder aus Frankreich und Japan. TVK repraesentiert vordergruendig die Interessen der amtierenden Regierung. Der Generaldirektor ist ein Mitglied des Standing Comitee der amtierenden Regierungs-partei CPP. Dieses wiederum hat sich den Direktiven des Ministeriums fuer Information unterzuordnen, dass derzeit unter der Obhut des Koalitionspartner der CPP, dem FUNCIPEC-Minister H.E. Lu Lay Sreng (Koenigspartei) steht. Kritiker betonen jedoch, dass auch ueber das Ministerium fuer Information letztlich die CPP dominiert. Ent-weder folgen in brisanten Faellen einfach Direktiven von Premierminister Hun Sen, der auch Parteivorsitzender der CPP ist oder der fuer das Ministerium fuer Information zustaendige Staatssekretaer und Regierungssprecher der CPP, Khieu Kannarith, gibt Richtlinien vor. Der oeffentlichen Betriebsphilosophie des staatlichen Fernsehsenders zufolge, hat es zum Ziel, Programme zu senden, die alle Bevoelkerungskreise des Landes ansprechen und Informationen in allen Feldern verbreitet (www.tvk.gov.kh) Diese weite Definition gibt allerdings wenig Aufschluss darueber, welches die tatsaech-lichen Senderichtlinien sind. Laut Generaldirektor Mao Ayuth liegt ein Programmschwerpunkt des Senders in der Nachrichtenbericht-erstattung, die nach einer juengsten empirischen Erhebung von der kambodschanischen Bevoelkerung als die beste Nachrichtenbericherstattung des Landes wahrgenommen wird (National Institute of Managment 2002, S. 18). Die Nachrichtenberichterstattung des staatlichen Fernsehens ist jedoch lediglich dadurch charakterisiert, Repraesentativfunktionen der Regierungen aufzuzeigen und auf solche Programminhalte weitgehend zu verzichten, die politische Konflikte implizieren koennten. Die Nachrichtenberichterstattung ueber Regierungsaktivitaeten folgt dabei der hierarch-ischen Ordnung, wonach zuerst ueber Aktivitaeten des Koenigs, dann ueber die kam-bodschanische Regierung und dessen Premierminister, dann ueber das National-parlament, den Senat und Aktivitaeten von Nichregierungsorganisationen berichtet wird. Die Provinzstationen des staatlichen Fernsehens, von denen es eine in Siem Reap, eine in Battambang und eine in Kampong Som gibt, koennen lokale Provinz-nachrichten recherchieren, die unter der Supervision der TVK-Zentrale gestaltet werden. Gemeinhin als vorbildlich wird die Uebertragung von Parlaments- und Senats-diskussionen wahrgenommen, die allerdings nicht live geschaltet sind, sondern zu einem spaeteren Zeitpunkt gesendet werden. Neben der Nachrichtenberichterstattung ist ein weiterer Schwerpunkt in Bildungs- und Kulturprogrammen zu sehen. Sprachbildung (franzoesisch/englisch) und Kultuprogramme zur Wiederbelebung und Foerd-erung kambodschanischer Kultur stehen dabei im Vordergrund.


3.1.3 Bayon TV (TV 27)

Die Fernsehstation Bayon TV (TV 27) wurde am 08. Maerz 1997 gegruendet. Eigentuemer der Fensehstation sind zu hundert Prozent der amtierende Premier-minister und Parteivorsitzende der CPP, Samdech Hun Sen und seine Ehefrau. Die Fernsehstation gehoert im Land zu den technisch am besten ausgeruesteten Sendern mit einer Reichweite, die ganz Kambodscha abdeckt und ueber Satellit auch weltweit zu empfangen ist. Bayon TV hat Regionalstationen in Battambang, Siem Reap und Kampong Cham. Die Fernsehstation beschaeftigt derzeit 66 Personen. Als einen wichtigen Programmschwerpunkt nennt Gerneraldirektor Thai Norak Sathya lokale und internationale Nachrichten, wobei aehnlich wie beim staatlichen Fernsehen vorwiegend die Aktivitaeten der amtierenden Regierung aufgezeigt werden. Laut der offiziellen Betriebsphilosophie des Senders, sieht sich Bayon in erster Linie als Informationssender, der alle gesellschaftsrelevanten Themenbereiche abdeckt und unterhalten will. Als politische Leitprinizpien des Senders werden Demokratie und Rechtsstaatlichkeit angefuehrt (www.bayontv.com.kh). Medienkritiker sehen in der Fernsehstation allerdings in erster Linie einen Repraesentationssender fuer Premier-minister Hun Sen und behaupten, dass BAYON gegruendet wurde, weil das Unternehmen mehr Profit und Sprechzeit fuer den amtierenden Premierminister Hun Sen versprach. Derzeit steckt die sich 'Bayon Group' nennende Unternehmensgruppe (Eigentuemer von einem Verlagshaus, der mittlerweile bankrotten Zeitung Evening News, Radio und Fernsehstation) allerdings in einer wirschaftlichen Krise (Interview Pet Samnitth 2003). Bildungsprogramme wie Dokumentationen (mit Ausnahme der auslaendischen Dokumentationssendung 'Discovery') und Sprachsendungen werden vom Sender nicht angeboten. Unterhaltungsprogramme wie Spielfilme, Serien, Dramen, Musik und Sport dominieren das Programm. Haupteinnahme-quelle der Fernsehstation sind Einnahmen aus Werbeschaltungen vorwiegend kam-bodschanischer Unternehmen (Interview Thai Norak Sathya 2003).


3.1.4 Die Fernsehstation 'Municipality Television Phnom Penh' (TV 3)

Die Fernsehstation TV 3 wurde im Jahr 1996 vom joint-venture Unternehmen der Stadt Phnom Penh mit der KCS Cambodia Co. LTD, einem thailaendischen Medienkonzern gegruendet. Sie steht zur Haelfte im Eigentum des Staates, zur anderen Haelfte in Eigentum des thailaendischen Medienkonzerns. Die Fernsehstation sendet in fast allen Provinzen des Landes und zaehlt zu den populaersten Fernsehstationen, besonders beliebt ist er in der Hauptstadt Phnom Penh. Substationen finden sich in den Provinzen Battambang, Siem Reap, Pursat, Kampong Som und Rattanakiri. Zusaetzlich werden Sendezeiten fuer Unterhaltungssendungen gekauft, die vom staatlichen Fernsehen unter dem Logo TV 3 gesendet werden. Das Unternehmen beschaeftigt derzeit 130 Personen (inklusive Radiostation). TV 3 finanziert sich vorwiegend ueber Werbe-sendungen von thailaendischen Unternehmen. Von der Stadt Phnom Penh, deren Buergermeister ein Mitglied der CPP ist, werden generell nur prinzipielle Richtlinien vorgegeben und Anfragen fuer Bildungsprogramme gestellt, wie der stellvertretende Direktor Ottakan Ouch betont. Das Programm des Senders muss allerdings der Stadt Phnom Penh vorgelegt werden. Eine Stunde taeglich werden Nachrichten gesendet. Laut dem stellvertretenden Generaldirektor wird in den Nachrichten besonderer Wert darauf gelegt, alle wichtigen politischen Geschehnisse des Landes abzudecken. Dabei werden auch politische Parteien repraesentiert, die nicht die Regierung bilden, wie vom stellvertretenden Direktor Ottakan Ouch betont wird.


3.1.5 Die Fernsehstation APSARA TV (TV 11)

Die Fernsehstation APSARA TV wurde am 11.04.1996 von der gleichlautenden 'Apsara Media Group' gegruendet, hinter welcher verschiedenste kambodschanische Unternehmen stehen, denen eine politische Naehe zur amtierenden Regierungspartei CPP nachgesagt wird. Wichtigster Finanzgeber der Station ist der Geschaeftsmann Sathnung, ein Mitglied des Standing Comitee der CPP. Nach Angaben des Generaldirektors der Fernsehstation, Sok Ey San, hat sich der Sender jedoch von der CPP weitgehend emanzipiert: "Heute finanziert sich das Unternehmen zu hundert Prozent aus Werbeeinnahmen. Wir brauchen keine Parteienfinanzierung mehr". APSARA TV sendet in allen Provinzen mit Ausnahme von Bantey Machey, Siem Reap, Kampong Som, Koh Kong und den nordoestlichen Provinzen Modulkiri, Rattanakiri und Kratie. Insgesamt sind 102 Personen im Unternehmen beschaeftigt. Die Betriebsphilosphie des Senders kann als 'konservativ-traditionell' bezeichnet werden. Viel Wert wird in der Programmgestaltung auf die Foederung kambodschanischer Kultur und Traditon gelegt. Einen weiteren wichtigen Programmschwerpunkt stellen Unterhaltungssendungen dar, gefolgt von Bildungsprogrammen und der Nachrichtenberichterstattung. Die Nachrichten sind aehnlich aufgebaut wie bei den Fernsehstationen Bayon, TV 5 und dem staatlichen Fernsehen TVK. Es wird vorwiegend ueber Aktivitaeten des Koenigs, des Premierministers und der Regierung berichtet, gefolgt von Parlament und Senat (Pangilinan 2002, S. 10).


3.1.6 Die Fernsehstation Cambodian Television 9 (CTV 9)

Die Fernsehstation CTV 9 wurde im Jahr 1993 urspruenglich von Khun Helena (Schwester des amtierenden Minister H. E. Khun Haing - FUNCIPEC 'Ministry of National Assembly-Senate Relations and Inspections') gegruendet. Sie gilt als die erste private Fernsehstation des Landes. In der Gruendungsphase von CTV 9 soll diese allerdings aus dem Motiv heraus entstanden sein, Wahlwerbung fuer die Koenigspartei FUNCIPEC zu machen. Die ersten Programme im Jahr 1993 wurden noch in schwarz-weiss ausgestrahlt. Die Gruendung einer Fernsehstation fuer politische Ziele duerfte von der damals amtierenen Regierungspartei CPP nicht ernst genommen worden sein, da das Fernsehen zu Beginn der 90er Jahre in Kambodscha keine massenmediale Wirkung hatte. Das aenderte sich nach der Juli-Krise im Jahr 1997, bei welcher die einstigen Regierungspartner FUNCIPEC und CPP versuchten, ihre Machtkaempfe mit militaerischen Mitteln zu entscheiden. CTV 9 wurde voellig demoliert und die gesamte Einrichtung gestohlen. Der Schaden belief sich auf rund 2 Millionen Dollar. Premierminister Hun Sen und der heute amtierende Finanzminister Keat Chon haben noch im Jahr 1998 schriftlich bestaetigt fuer den an der Fernsehstation begangenen Schaden aufkommen zu wollen. Bisher kam es jedoch zu keiner Zahlung (Interview CTV 9 2003). Nach der politischen Krise in den Jahren 1997 und 1998 haben sich auch die Eigentumsverhaeltnisse der Fernsehstation veraendert. Heute gehoert die Fernsehstation zu 51% Premierminister Hun Sen: "Hun Sen announced publicly that he has a big share in the FUNCIPEC television station CTV 9." (Ham Samnang 2002, S. 34 und Interview Pet Samnitty 2003). Die offizielle Betriebsphilosophie von CTV 9 ist es, die Menschen zu unterhalten und 'sie nicht mit den politischen und oekonomischen Problemen des Landes zu belasten'(Interview CTV 9). Der Sender versteht sich prinzipiell als a-politisch: "Es war nicht einfach das FUNCIPEC-Image der Fernsehstation loszuwerden', betont der Medienberater der Fernsehstation Pichaud. CTV 9 finanziert sich vorwiegend aus dem Verkauf von Sendezeiten und Werbung. Prinzipiell fokussiert der Fernsehsender Unter-haltungssendungen - ' as less political as possible' , wie auch Sport und Modesendungen und demnaechst die Wahl der Miss Toyota Cambodia. Jedes Jahr wird zum Geburtstag des Koenigs einer seiner von ihm in den 60er Jahren produzierten Filme gesendet. Die Fernsehstation hat nur eine begrenzte Sendereichweite (Phnom Penh und naehere Umgebung - Radius 150 km).


3.1.7 Die neue Fernsehstation Cambodian Television Network (CTN)

CTN ging am 11.03.2003 auf Sendung und ist damit die neueste Fernsehstation des Landes. Gegruendet wurde das Unternehmen von der 'Royal Group of Companies' in Kooperation mit dem schwedischen Medienkonzern 'Modern Times Group'. Der Direktor des kambodschanischen Unternehmen 'Royal Group of Companies' heisst Oknha Kith Meng. Ihm wird ein politisches Naheverhaeltnis zu Premierminister Hun Sen nachgesagt. Die Fernsehstation hat jedoch das Ziel und den Wunsch eine 'unabhaengige, eine a-politische Station zu sein', wie der Manager des Unternehmen, Glen Felgate betont. Motiv fuer die Gruendung des Unternehmens ist nach Felgate, das Versprechen von Modern Times Group und Millicom Telephone Company an die Regierung eine Fernsehstation aufzubauen, nachdem die Unternehmen an Mobitel - dem groessten Handynetzbetreibers Kambodschas - beteiligt sind ('Mobitel may move into TV', in: Cambodia Daily, 19.04.2002). Ein weiteres Motiv wird darin gesehen, die einheimische Filmindustrie zu foerdern, die gegenueber auslaendischen Filmen benachteiligt ist. Ein Kritiker der Medienszene haelt es demgegenueber fuer wahrscheinlich, dass hinter der Gruendung von CTN, Werbeinteressen zahlreicher Unternehmen des Landes stehen, die sich eine Reduzierung ihrer Werbekosten durch den Aufbau einer eigenen Fernsehstation erhoffen (Interview CTV 9 2003). Glen Felgate, der Manager von CTN, dementiert jedoch diese Sichtweise: "Der Werbemarkt in diesem Land ist zu klein, als dass hier grosse Profite gemacht werden koennen. Im Jahr werden hier von den Fernsehstationen maximal 5 -6 Millionen Dollar umgesetzt. Hier ist kein grosser Profit zu machen." CTN versteht sich als Sender fuer ein breites Publikum, dass Bildung, Information und Alltagsleben in Kambodscha vermitteln will. Das Motto der Fernseh-station ist, 'Kambodscha ein modernes Gesicht zu verleihen'. Im Bildungsprogramm steht die Fremdsprache Englisch und Computersendungen im Vordergrund. Beson-derer Stellenwert wird auf neue Programme wie Dokumentationen und Reiseberichte gelegt, mit denen das Ziel verfolgt wird, das Provinzleben Kambodschas in die urbanen Regionen zu tragen und damit den Informationsaustausch zwischen Stadt und Land zu vergroessern. Die Nachrichtenbericht-erstattung teilt sich in Sport, lokale und internationale Nachrichten auf, die jeweils zu Mittags und Abends fuer eine halbe Stunde gesendet werden. Betont wird, dass Neutralitaet, Objektivitaet und Unpartei-lichkeit die Prinzipien des Nachrichten-senders sind: 'Investigativer Journalismus muss von Fall zu Fall geprueft werden'. Derzeit sendet CTN nur in Phnom Penh und naehrer Umgebung (Radius 50 km).


3.2 Kambodschas Radiostationen

Die Radiolandschaft Kambodschas ist generell durch eine hohe Dichte an Radio-stationen in Phnom Penh und deren Sendekraft in einem Radius von 250 km rund um die Hauptstadt charakterisiert, waerend in den ruralen Gebieten und den Provinz-hauptstaedten eine geringere Anzahl von Radiostationen operiert. Eine weitere Charakteristikum der Radiolandschaft Kambodschas ist, dass acht von dreizehn Radiostationen des Landes von Fernsehstationen betrieben werden. Sie weisen damit gleiche Eigentumsverhaeltnisse, Betriebsphilosophien und politische Affilitaeten auf wie die Fernsehstationen denen sie angehoeren. Von den fuenf unabhaengigen Radiostationen wiederum werden drei vorwiegend von der amerikanischen Organisation 'National Democratic Institute' finanziert, welche der Demokratischen Partei der Vereinigten Staaten angehoert (www.ndi.org).


Nationale Reichweite erreichen derzeit drei Radiostationen. Die staatliche Radiostation 'Radio National Kampuchea', die Radiostation des Fernsehsenders Bayon (FM 95Mhz) und die Radiostationen des Fernsehsenders TV 3 (FM 100,5 Siem Reap, FM 103,25 Battambang, Love FM 97,5, FM 100,5 Kampong Cham, FM 103 Phnom Penh und FM 100,5 Sihanoukville). Phnom Penh und Umgebung werden demgegenueber von zehn zusaetzlichen Radiostationen versorgt: Radio FM 99, Voice of Khmer (FM 88), National Radio FM 96, Radio Beheeve ( FM 105), Ta Phrom (FM 90,5), Voice of Reachsey (FM 90), Women Media Centre' ( FM 102), die Radiostation des Fernsehsenders Apsara (FM 97), die Radiostation des Fernsehsenders CTV 9 (FM 107) und des Fernsehsenders TV 5 (Royal Army Force Radio FM 98). Nur die Provinz Battambang hat einen eigenen lokalen Radiosender (Radio Khemara). Die Radiostation des Fernsehsenders Apsara sendet zusaetzlich in den suedlichen Provinzen Kambodschas und steht, was das Reichweitenranking von Radiostationen angeht, wie die Fernseh-station im Mittelfeld.


Einer empirischen Erhebung aus dem Jahr 2000 zufolge sind FM 103, das Radio National Kampuchea, Bayon Radio, Radio Beheeve und das Royal Army Force Radio die im Land meist gehorchten Radiostationen (Survey on the Electorate 2002). Demgegenueber weist eine andere Statistik aus dem Jahr 2000 in manchen Provinzen Monopolstellungen von Radiostationen aus. Hierzu zaehlen die Provinzen Battam-bang, in welcher die lokale Radiostation FM Khemara mit 97% der Hoerer eine Monopolstellung besitzt, die Provinzen Siem Reap (98%) und Kampong Som (97%) in denen die Radiostation Bayon eine Monopolstellung hat und die bevoelkerungsreichste Provinz des Landes Kampong Cham, in welcher die Radiostation FM 100,5 von TV 3 alleine 83% der Radiohoerer auf sich zieht. (Indochina Research Ltd. 2000). Fuer Phnom Penh und die angrenzenden Provinzen Kandal (die bevoelkerungsreichste Provinz nach Phnom Penh und Kampong Cham), Takeo, Kampong Speu, Kampong Chhnang, Pursat, Prey Veng, Kampong Thom, Svay Reng und den suedlichen Teil von Kampong Cham zaehlt die Radiostation FM 103 mit 50% zur beliebtesten Radiostation, gefolgt von Radio Beheeve mit 20% und FM 99 mit 10%, waehrend die in den anderen Provinzen bedeutenden Radiostationen wie das National Radio (2%) und Radio Bayon (1%) nur niedrige Hoererzahlen haben (Indochina Research 2000).


3.2.1 Radio National Kampuchea und National Radio FM 96

Das staatliche Radio wurde im Jahr 1947 gegruendet. Sie ist die aelteste Radiostation des Landes. Radio National Kampuchea betreibt eine zusaetzliche Radiostation fuer Phnom Penh und naehere Umgebung, die sich National Radio FM 96 nennt und erst im Jahr 1999 den Betrieb aufnahm. Die neue Radiostation FM 96 wird gemeinhin als positiv beurteilt : 'Observers and donors are also impressed with the new national radio station, the FM 96, which is undergoing a reform of its programs to allow more participation by the public and to promote the government's transparency and accountability.' (Sek Borisoth 2002, S. 27). Die Unterschiede zwischen den zwei staatlichen Radiosendern sind darin zu sehen, dass National Radio FM 96 sich auch durch Werbeeinnahmen finanziert und die Nachrichtenberichterstattung nicht so exzessiv wie im Radio National Kampuchea betrieben wird. Letzere finanziert sich zur Gaenze aus staatlichen Mitteln und den Verkauf von Sendezeiten an Nichtregierungs-organisationen und Ministerien. Die Nachrichtenberichterstattung ist der wichtigste Programmschwerpunkt. Es wird ueber alle Aktivitaeten (Ansprachen, Eroeffnungen, usw.) des Koenigs, des Premierministers, des Senatspresidenten, des Parlamentspresidenten, alle Sitzungen des Senats und des Nationalparlaments und Kurznachrichten ueber alle Aktivitaeten der einzelnen Ministerien berichtet. An-sprachen der wichtigsten vier politischen Persoenlichkeiten des Landes - Koenig Norodom Sihanouk, Premierminister Hun Sen, Senatspresident Chea Sim und Parlamentspresident Norodom Ranariddh werden in voller Laenge gesendet. Sitzungen des Nationalparlaments und Senats ebenfalls, wobei alle dort vertretenen Parteien Medienpraesenz geniessen. Neben dem Programmschwerpunkt Nachrichten, zaehlen Bildungssendungen in verschiedensten Bereichen (Gesundheit, Drogen-praevention, Landwirtschaft) und Unterhaltungsprogramme zu den Programm-schwerpunkten des Senders. Radio National FM 96 sendet zusaetzlich Musikwunsch-programme. Die Nachrichtenberichterstattung ist jedoch kuerzer gehalten als in Radio National Kampuchea. Auch in der Reichweite unterscheiden sich die beiden Radiosender. FM 96 sendet lediglich in Phnom Penh und naeherer Umgebung, waehrend Radio National Kampuchea in ganz Kambodscha erreicht werden kann. Beide Radiostationen unterstehen der Kontrolle des Ministeriums fuer Information und damit der amitierenden Regierungskoaltion von CPP und FUNCIPEC. Generell sind die staatlichen Radiostationen wenig modernisiert. Es gibt weder Computer, noch eine Digitalisierung der Radiosendungen. Direktor Van Sengly beklagt, dass Radio in Kambodscha heute nicht mehr derselbe Stellenwert eingeraeumt wird wie Fernsehen: 'Entwicklungsgelder fliessen heute vorallem in Fernsehstationen'.


3.2.2 Radio 'Bayon' (FM 95)

Die Fernsehstation Bayon von Premierminister Hun Sen und seiner Frau, betreibt auch eine der drei Radiostationen im Land, die nationale Reichweite haben. Laut empirischen Erhebungen aus dem Jahr 2000 hat Bayon Radio eine Monopolstellung in den Provinzen Kampong Som und Siem Reap, wo ueber 90% diese Radiostation horchen (Indochina Research 2000). Derzeit sind 37 Personen bei Bayon Radio beschaeftigt. Die Programmschwerpunkte sind aehnlich wie bei der Fernsehstation ausgerichtet. Hinzu kommen Musikwunschsendungen, stuendliche Fuenf-Minuten-Nachrichten und Gesundheitsprogramme. Die Betriebsphilosphie und politischen Richtlinien werden von der Fernsehstation Bayon vorgegeben (siehe Fernsehstation Bayon weiter oben).


3.2.3 Das Radioimperium der Fernsehstation TV 3

Die Radiostation FM 103 der Fernsehstation TV 3 gehoert neben den staatlichen Radiosendern zu den aeltesten Radiostationen des Landes. Sie wurde im Jahr 1980 von der amtierenden Regierung zu 'Bildungszwecken' gegruendet, sendete damals allerdings ausschliesslich in Phnom Penh. Im Jahr 1994 nach den Parlamentswahlen wurde der Radiosender stetig ausgebaut und gilt heute als der populaerste Sender des Landes. Die Bedeutung von FM 103 wird weiter dadurch unterstrichen, dass er mittlerweile in fast allen Provinzen des Landes erreicht werden kann. Eine monopolartige Stellung besitzt er mit 83% an Hoerern in der Provinz Kampong Cham. Inzwischen kann auch nicht mehr von einem einzigen Radiosender FM 103 gesprochen werden, sondern eigentlich von einem kleinen kambodschanischen Radio-imperium. Dem Sender sind folgende Radiostationen des Landes zuzurechnen: FM 100,5 Mhz Siem Reap, FM 103,25 Mhz Battambang, 97,5 Mhz Love FM, FM 100,5 Mhz Kampong Cham, FM 10,5 Mhz Sihanoukville und mittlerweile auch eine neue Station in Kampot. Damit hat FM103 in den vergangenen zehn Jahren eine enorme Expansion erfahren. Das Unternehmen wurde noch vor Grueundung der Fernsehstation TV 3, vom damaligen Buergermeister He Khan in Vertretung fuer die Stadt Phnom Penh und dem thaeilaendischen Medienkonzern KCS Ltd im Jahr 1994 gegruendet: 'Fuer Phnom Penh Municipality war das Gruendungsmotiv ein bildungs-politisches, waehrend fuer den thailaendischen Geschaeftspartner die Werbung im Vordergrund stand', erklaert der stellvertretende Generaldirektor von TV 3, Ottakan Ouch. Der Radiosender untersteht der Generaldirektion des Fernsehsenders und damit auch der Stadt Phnom in Programmgestaltung und politischer Berichterstattung.


3.2.4 Radio 'Beheeve' (FM 105)

Der Radiosender 'Radio Beheeve' gehoert zu der Gruppe jener Radiostationen, die nicht an eine Fernsehstation angegliedert sind. Radio Beheeve ging offiziell im Jahr 1995 auf Sendung. Eigentuemer ist der Geschaeftsmann Mom Sonando, dem gemeinhin eine Naehe zur Oppositionspartei Sam Rainsy nachgesagt wird. Mom Sonando selbst bezeichnet Radio Beheeve als unabhaengige Radiostation. Radio Beheeve zaehlt zu den populaersten Radiostationen in Phnom Penh und Umgebung, weil sie nicht als regierungsnahe gilt und damit als der alternative Informationssender wahrgenommen wird. Die Programmgestaltung des Radiosenders duerfte ein weiterer wichtiger Grund fuer die Popularitaet des Radiosenders sein. Radio Beheeve laesst sich als Service-Radio fuer die Buerger des Landes charakterisieren. Das Radioprogramm nimmt sich vorwiegend sozialer Probleme an, gibt Rechts-informationen, betreibt eine Jobboerse und ein Suchprogramm fuer Familien, welche Angehoerige waehrend des Krieges verloren haben. Gleichzeitig dient das Radio als demokratische Platform zur Verbreitung demokratischer Ideen und zur Aufklaerung ueber Menschenrechte. Bewaehrt hat sich auch das 'Meinungsradio', in welchem Zuhoerer ihre eigenen Ansichten und Meinungen per Telefon live ueber das Radio kundtun koennen. Das Radio steht prinzipiell allen Parteien zur Wahlwerbung offen, betont Direktor Mam Sonando. Der Radiosender hat derzeit eine Reichweite von 50 Km rund um Phnom Penh und spricht daher vorwiegend die Stadtbevolkerung und die an Phnom Penh angrenzenden Regionen an. Der Sender finanziert sich vorwiegend aus Werbeeinnahmen, wobei bewusst auf Werbung fuer Zigaretten und Alkohol verzichtet wird. Des weiteren werden Sendezeiten an Nichtregierungsorganisationen, Gesundheitszentren und Privatunternehmen verkauft. Besondere Unterstuetzung kommt dem Unternehmen derzeit vom National Institute for Democracy und der von dieser unterstuetzten Menschenrechtsorganisation 'Cambodian Human Rights Centre'zu (www.ndi.org).


3.2.5 Radio FM 99

Die Radiostation FM 99 ist ein weiterer Radiosender, der nicht an eine Fernsehstation angegliedert ist. Der Sender wurde im Jahr 1995 gegruendet und ist im Besitz von Mr. Kok Meng, der als unabhaengig von parteipolitischen Affiliataeten gilt. Medienkritiker glauben hingegen, dass hinter FM 99 der ehemalige Buergermeister der Stadt Phnom Penh, Chea Sophara, ein Mitglied der CPP steht (Pet Samnitty Interview 2003). Die Reichweite der Radiostation liegt derzeit bei 125 km rund um Phnom Penh. Der Radiosender gehoert zu den populaersten und kommerziellsten Sendern im Raum Phnom Penh. Im Ranking der Radiostationen im Raum Phnom Penh und Umgebung erreicht FM 99, Platz drei (Indochina Research 2000). Das Programm des Senders ist vorwiegend auf Musiksendungen und Nachrichten ausgerichtet. Nachrichten-berichterstattung erfolgt dabei nicht auf Grundlage von Eigenrecherchen sondern indem jeden Morgen von 6.30 bis 7.30 die Zeitungen Rasmei Kampuchea, Koh Sonthpeap und Kampuchea Thmei gelesen werden. Eine Querverbindung zwischen elektronischen Medien und Printmedien, die in diesem Fall die medienpolitische Bedeutung von Printmedien fuer Kambodscha unterstreichen, welche in der Regel nicht als wichtigste Informationsquelle der kambodschanischen Bevoelkerung gelten (siehe Kap. 2). FM 99 finanziert sich vorwiegend ueber Werbeeinnahmen von rund 40 Unternehmen, die in diesem Radio ihre Produkte anwerben. Dabei unterhaelt FM 99 eine eigene Marketingabteilung in der drei Personen beschaeftigt sind. Die wichtigsten Werbeinnahmen des Senders sind Zigaretten- und Alkoholwerbung.


3.2.6 Radio FM 107

Die Radiostation FM 107 gehoert zur Fernsehstation CTV 9. Die Radiostation hat keine nationale Reichweite und faellt im Popularitaets-Ranking zwar mit 4% immer noch auf Platz vier im Grossraum Phnom Penh, zaehlt angesichts des niedrigen Prozentsatzes jedoch nicht zu den populaersten Sendern des Landes (Indochina Reasearch 2000). Betriebsphilosophie und Eigentumsverhaeltnisse sind diesselben wie die der Fernsehstation CTV 9.


3.2.7 Radio 'Voice of Khmer' (FM 88)

Die Radiostation FM 88 wurde im Jahr 1997 neu eroeffnet. Sie ist der Nachfolgesender des einstigen gleichlautenden republikanischen Widerstandssenders waehrend des Buergerkriegs 'Voice of Khmer'. 1992 stellte der Radiosender den Betrieb voruebergehend ein. Die Lizenz fuer die Neuereoffnung von FM 88, diesmal als ziviler Nachrichtensender, wurde vom damaligen Informationsminister Ieng Mouly erteilt (Parteimitglied der BLDP - Buddhist Liberal Democratic Party). Seine Frau, Ieng Setha Mouly, leitet das Unternehmen. Der Sender versteht sich als politisch unabhaengig, nachdem die BLDP keine politisch aktive Rolle mehr spielt- sie hat bei den letzten Parlamentswahlen keinen Sitz mehr gewonnen. Offen ist auch, ob sie bei den bevorstehenden Parlamentswahlen im Juli 2003 zur Wahl antreten wird. FM 88 sendet in einem Radius von 125 Km in und um Phnom Penh. Nachrichten werden in erster Linie von den Tageszeitungen, Nachrichtenagenturen und vom Internet recherchiert. Auch Eigenrecherchen vor Ort sind ueblich. Die Nachrichtenberichterstattung nimmt rund 25% der Sendezeit in Anspruch, gefolgt von Unterhaltung und Bildung. In Bildungsprogrammen stehen kambodschanische Kultur und Geschichte im Vordergrund. FM 88 finanziert sich zu hundert Prozent aus Werbeeinnahmen.


3.2.8 Radio WMC (Womens Media Centre)

Die Radiostation FM 102 wurde im Jahr 1998 vom Women Media Centre gegruendet und ging im Jahr 1999 offiziell auf Sendung. Der Radiosender ist ein Non-Profit-Unternehmen mit dem Ziel, die Stellung der Frau in Kambodschas Gesellschaft zu verbessern ('Cambodia - your attention please', in: Phnom Penh Post, 15-25 April 2002). Dementsprechend sind die Programmschwerpunkte des Senders auf Frauen-themen ausgerichtet (Tive Sarayeth, 2003). Der Radiosender sieht sich als neutraler Nachrichtensender, der keine parteipolitischen Affilitaeten aufweist. Nach einem Beschluss der Redaktion werden keine Sendezeiten an Parteien fuer die bevor-stehenden Parlamentswahlen im Juli 2003 verkauft. Nachrichtenberichterstattung sendet der Sender fuenf Mal die Woche, jeweils um 7, 12, 17 und 19 Uhr zu zehn Minuten. Internationale Nachrichten werden vom australischen Radio uebernommen (Australian Broadcasting). Lokale Nachrichten werden im Gegensatz dazu vor Ort recherchiert und soweit wie moeglich live gesendet: 'Viele Radiostationen fuehren keine Recherchen durch, sie kopieren lediglich die Meldungen aus den Printmedien und Fernsehen', betont Radiodirektorin Chea Sundaneth. Bislang lebt der Sender von auslaendischen Finanzgebern (Unesco, Asia Foundation), geringen Werbeeinnahmen und Verkauf von Sendezeiten.


3.2.9 Radio Apsara FM 97

Radio Apsara ist an die gleichlautende Fernsehstation APSARA TV angegliedert. Sie wurde im selben Jahr gegruendet, weist gleiche Eigentumsverhaeltnisse und politische Affilitaeten auf (siehe APSARA TV weiter oben). Derzeit beschaeftigt der Sender 16 Personen. Das Programm ist wie beim Fernsehsender APSARA TV, 'konservativ-traditionell' ausgerichtet, hat jedoch mehr Nachrichtensendungen, die stuendlich 5 - 10 Minuten gesendet werden. Zu den Programmschwerpunkten des Radiosenders gehoeren traditionelle Khmer-Musik, Sendungen zum Buddhismus, morgendliche buddhistische Ansprachen und Erklaerungen zum Buddhismus. Die Reichweite des Senders umfasst Phnom Penh und die naehere Umgebung.


3.2.10 Radio FM 98

Die Radiostation FM 98 gehoert der Fernsehstation TV 5. Laut Umfrage ist Radio FM 98 im Gegensatz zur Fernsehstation jedoch nicht einer der populaeren Radiostationen des Landes. Wie der Medienberater von TV 5 betont, ist Radio FM 98 oekonomisch zwar rentabel, jedoch nicht die wirtschaftliche Prioriraet von TV 5. Radio wird vom Managment der Fernsehstation TV 5 nicht mehr als Hauptinformationsquelle der kambodschanischen Bevoelkerung angesehen und auch die Popularitaet von Radiosendungen in Frage gestellt (Interview Kaplika 2003). Unternehmen die Werbesendungen in TV 5 kaufen, bekommen guenstigere Schaltungen in Radio-sendungen. FM 98 sendet in Phnom Penh und Umgebung, erreicht aber im Gegensatz zur Fernsehstation keine nationale Reichweite.


3.2.11 Radio Khemara Battambang

Radio Khemara Battambang ist die einzige lokale Radiostation Kambodschas, die nicht an eine zentrale Radiostation in Phnom Penh angegliedert ist. Sie wurde im Jahr 1996 von dem bis heute amtierenden Provinzgouverneur Nou Sam, ein CPP-Mitglied, gegruendet. In der Gruendungsphase diente Radio Khemara als Politsender der CPP, versteht sich heute aber ausschliesslich als kommerzieller Sender (Interview Direktor Sar Vuthy, 2003). Die Betriebsphilophie von Radio Khemara ist es, in erster Linie die Zuhoerer zu unterhalten. Dementsprechend ueberwiegen Musiksendungen im Radioprogramm des Senders. Recherchen fuer lokale Nachrichten aus Battambang werden von der Radiostation selbst durchgefuehrt, nationale Nachrichten hingegen von der groessten Tageszeitung des Landes ' Rasmei Kampuchea' uebernommen. Die Radiostation kann sich aus Werbeeinnahmen fuer thailaendische und lokale Produkte und den Verkauf von Sendezeiten an Nichtregierungsorganisationen finanzieren.


3.2.12 Radio FM 90 (Radio 'Reachsey')

Die Radiostation 'Reachsey' wurde im Jahr 1992 von Nhom Sophana, einem Mitglied der Koenigspartei FUNCIPEC gegruendet. Die Radiostation ist wie Radio FM 88 ein Nachfolgesender des ehemaligen Widerstandsradios der Monarchisten und Republikaner, welcher sich waehrend des Buergerkriegs 'Voice of Khmer' nannte. FM 90 gehoert auch zu der Gruppe von Radiounternehmen, die nicht an eine Fernseh-station angegliedert sind. Das Medienunternehmen wurde zunaechst aus einem politischen Motiv heraus gegruendet, Wahlwerbung fuer die Koenigspartei FUNCIPEC bei den Parlamentswahlen 1993 zu machen. Die parteipolitische Affilitaet kostete der Radiostation wie der Fernsehstation CTV 9 und Radio Beheeve in der Julikrise des Jahres 1997 die Existenz. Alle drei Unternehmen wurden voellig zerstoert. Die militaerische Niederlage des Koalitionspartners FUNCIPEC nach der Juli-Krise 1997 und die darauffolgende Machtkonsolidierung der CPP fuehrte bei der Neugruendung im Jahr 1998 zu einer politische Neutralisierung von FM 90. Heute sieht sich der Radiosender in erster Linie als politischer Bildungssender, der sich keiner politischen Partei ausdruecklich zuordnen will (Interview Sun Touch 2003). Allerdings ist der Sender regierungskritisch, insbesondere gegenueber der amtierenden Regierungs-partei CPP: 'Wenn wir fuer die bevorstehenden Parlamentswahlen 2003, politischen Parteien Sendezeit fuer Wahlwerbung verkaufen koennen, dann sind wir prinzipiell allen Parteien gegenueber offen, hoffen aber, dass die CPP keine Anfrage an unseren Radiosender stellt', erklaert Generaldirektor, Sun Touch. Haupteinnahmequelle des Unternehmens sind der Verkauf von Sendezeiten an Nichtregierungsorganisationen, welche im Bereich Menschenrechte und Demokratie aktiv sind. Der wichtigste Finanzgeber von FM 90 wie auch von Radio 'Beheeve' ist das amerikanische 'National Institute of Democracy (NDI)' (www.ndi.org). Diese Institution betreibt auch eine Menschenrechtsorganisation in Kambodscha, die den Namen 'Cambodian Human Rights Centre' traegt und unter der Leitung von Khem Sokha steht. Dem NDI wird von FM 90 allein eine Sendezeit von vier Stunden taeglich zugesprochen. In den Programmen des NDI stehen Demokratie- und Menschenrechtssendungen im Vordergrund. Ein weiterer wichtiger Programmschwerpunkt des Senders ist die Nachrichtenberichterstattung, die mit bis zu fuenf Stunden sehr exzessiv betrieben wird. Zwanzig Prozent des Programms soll dabei regierungskritisch sein, wie General-direktor Sun Touch anmerkt. Weitere Programminhalte sind Musikwunschprogramme, Gesundheits- und Landwirtschaftssendungen. Lediglich am Wochende ueberwiegen Unterhaltungsprogramme. FM 90 sendete seit 1997 unregelmaessig, da nicht genuegend Finanzmittel vorhanden waren. Erst seit einem Monat mit Unterstuetzung von NDI wird wieder regelmaessig in Phnom Penh und Umgebung (150 km Radius) gesendet.


3.2.13 Die neue Radiostation ' Ta Phrom' (FM 90,5)

Die Radiostation Ta Phrom gehoert ebenfalls zu der Gruppe von Radiostationen die nicht an eine Fernsehstation angegliedert ist. Sie wurde im Februar 2003 gegruendet und ist damit der juengste Sender des Landes. Die Betriebsphilosophie des Senders ist es, den Interessen der Bevoelkerung zu dienen, wie Generaldirektor Anandan Ykma betont. Medienbeobachter gehen davon aus, dass der Nachrichtensender eine politische Naehe zur Koenigspartei FUNCIPEC hat (Interview Mom Sonando 2003). Die Programmschwerpunkte des Senders sind Bildungsprogramme, die von der Aufklaerung ueber das politische System des Landes, Sprach- und Kulturbildung bis zu Kinderprogrammen reichen. Die Nachrichtenberichterstattung erfolgt viermal taeglich jeweils fuenfzehn Minuten. Internationale Berichterstattung wird ueber den britischen Sender BBC recherchiert. Der Radiosender versucht, sich auf dem Werbemarkt des Landes zu positionieren. Eine eigene Marketingabteilung wurde eingerichtet. Die Werbeeinnahmen sind bisher jedoch noch gering. Wichtigster Finanzgeber der neuen Radiostation ist erneut das 'National Democratic Institute' der Demokratischen Partei der Vereinigten Staaten.



3.3 Auslaendische Radio- und Fernsehstationen

Auslaendische Radio- und Fernsehstationen spielen in Kambodscha eine unter-geordnete Rolle nachdem diese lediglich ueber Kabel oder Satellit erreicht werden koennen, dieses in Kambodscha aber nicht weitverbreitet ist. Lediglich zwei auslaendische Fernsehstationen senden ueber eine Verteilerstation ihre Programme in Kambodscha. Dazu gehoert das vietnamesische Fernsehen, das von der vietnamesischen Botschaft in Phnom Pehn sendet und vorwiegend die vietnamesische Minderheit im Land anspricht, und das franzoesische Fernsehen (TV Cinq), dass insbesondere von der franzoesischen Expatgemeinde Kambodschas konsumiert wird. Eine gewisse Bedeutung kann noch dem thailaendischen Fernsehen zugesprochen werden - jedoch ohne Verteilerstation im Land -, dass aufgrund der westlich modernen Ausrichtung besonders bei der juengeren Generation Kambodschas beliebt ist. Empirische Erhebungen zur Zuschaueraudienz von auslaendischen Fernseh-programmen in Kambodscha weisen jedoch nur sehr niedrige Einschaltquoten fuer auslaendische Sender aus. Zu den Favoriten zaehlen CNN, HBO und die thailaendischen Sender TV 3, TV 7 und TV 5. Die Ursache fuer die geringe Popul-aritaet von auslaendischen Radio- und Fernsehstationen ist darin zu sehen, dass nur nur ein kleiner Teil der kambodschanischen Bevoelkerung Fremdsprachenkenntnisse hat. Lediglich die Radiostation 'Voice of America' und 'Radio Free Asia' senden Programme in Khmer. Sie haben jedoch eine geringe Reichweite, da sie lediglich von der thailaendischen Grenze aus senden und bisher vom Ministerium fuer Information keine Lizenz fuer eine Verteilerstation in Kambodscha bekommen haben. "If the Royal government of Cambodia agrees to allow the US to relay its radio stations in Cambodia, it is known that then the US would have a different treatment than China, and the China will ask to relay its radio in Cambodia too, in order to oppose the US Broadcasts, Arabs will also ask to install their radios to pray for Arabs. After that, an airwave war will occur in Cambodia", gibt Staatssekretaer des Ministeriums fuer Information, Khieu Kannarith im Falle der Lizenzvergabe an auslaendische Medien-unternehmen zu Bedenken (Khieu Kannarith zitiert aus 'Cambodian Journalists face difficulties in living conditions', in: Koh Sonthepheap, Vol. 36, Nr. 4716, 12./13.1.2003). Verboten wurde beiden amerikanischen Sendern auch ueber den Radiosender 'Beheeve', von ihnen gestaltete Programme in Kambodscha zu verbreiten. (Cambodia Daily 2002) Auslaendische Medienkultureinfluesse werden nach Kambodscha in erster Linie ueber die einheimischen Sender getragen, die zahlreiche auslaendische Filme aus Amerika, China, Thailand und Europa kaufen, kopieren und ins Khmer uebersetzen (ASEAN Media Directory 2000, S. 24). Generell ist die Medienpolitik der Regierung Kambodschas darauf ausgerichtet, Fremdeinfluesse in den elektronischen Medien Kambodschas einzudaemmen, nachdem argumentiert wird, dass die einheimische Filmindustrie heute noch zu schwach ist, um mit der auslaendischen Filmindustrie zu konkurrieren ('Film industry looks for rebirth', in: Phnom Penh Post, 15-28 February 2002). Im Maerz 2003 erliess das Ministerium fuer Information eine Direktive an alle Fernsehstationen, die Sendung von auslaendischen Programmen auf zwanzig Prozent des gesamten Sendeprogramms zu reduzieren. Damit soll die einheimische Filmwirtschaft gestuetzt und damit auch zum Wiederaufbau und Erhalt kambodschanischer Kultur und Tradition beigetragen werden ('Ministry of Information to take action against too many Thai films', in: Rasmei Angkor, Vol. 9, Nr. 542, 14.09.2002). Allerdings ist die Vorgabe des Ministeriums fuer Information fuer die einheimischen Fernsehstationen keine leicht zu erfuellende Aufgabe, weil die Produktionskosten von einheimischen Filmen zu hoch sind, wie selbst der Khieu Kannarith, der Staatssekretaer des Ministeriums fuer Information eingesteht: "The production of Thai-films is much cheaper (300-100 U$) than the production of Khmer films (1500-2000 U$ for a 50 minute film)" (Interview Khieu Kannarith- Phnom Penh 2003).


3.4 Internet - ein Minderheitenmedium

Kambodschas Internetentwicklung setzte erst Mitte der 90er Jahre ein. Nach Norbert Klein, dem Chefredakteur des kambodschanischen Pressespiegels ''The Mirror', wurde von der NGO-Platform 'Open Forum of Cambodia' im Jahr 1994 der erste Internetprovider Kambodschas in Kooperation mit dem Ministerium fuer Post und Telekommunikation (MPTC) eingerichtet. In den Jahren 1994 bis 1997 handelte es sich um den einzigen Internetanschluss im Land. Rund 700 Kunden nahmen damals das Service des Non-Profit-Unternehmens in Anspruch (www.forum.org.kh). Heute zaehlt das Unternehmen noch 500 Kunden (besonders NGO's, Unternehmen und internationale Organisationen), obwohl kein Worldwideweb-Zugang angeboten werden kann: 'Das MPTC hat bisher eine Lizenz verweigert' (Interview Norbert Klein, 2003). Das MPTC im Gegenzug ist indessen selbst in das Internet-Geschaeft eingestiegen. Seit dem Jahr 1997 verfuegt das Ministerium ueber zwei eigene Internetprovider. Der erste ist auf Grundlage der von der UN fuer die Friedensmission in Kambodscha eingerichten Kommunikationsstrukturen entstanden und nennt sich 'Camintel'. Die Angebote des joint-venture Unternehmens zwischen dem MPTC und dem indonesischen Unternehmen 'Indosat', dass mit 49% am Unternehmen beteiligt ist, kann unter der Internetadresse www.camintel.com abgerufen werden. Der zweite im Eigentum des MPTC stehende Internetprovider traegt den Namen Camnet, und wird vom International Development Research Centre of Canada' (IDRC) unter-stuetzt.  Unter der Internetadresse www.camnet.com.kh werden verschiedene Internet-dienste angeboten, die von e-mail Korrespondenz bis zu vollem Internetzugang in das Worldwideweb reichen. Hinzu kommen zwei private Internetprovider, welche heute den kambodschanischen Markt bedienen. Das im Jahr 1997 entstandene Unternehmen 'Telstra bigpond' ('Telstra to call it quits', in: Phnom Penh Post, 2-15 August 2002 und 'Local Company takes over Telstra', in: Cambodia Daily, 02.08.2002) - damals www.bigpond.com.kh heute www.online.com.kh - und der Internetprovider des Handynetzbetreibers Mobitel, welcher unter der Adresse www.everyday.com.kh abrufbar ist.


Trotz des weitreichenden Angebots an Internetprovidern zeahlt das Internet mit Ausnahme der Hauptstadt Phnom Penh, aber noch nicht zu einem Massenmedium in Kambodscha. Schaetzungen gehen davon aus, dass gegenwaertig nur 3000 KambodschanerInnen einen Heimcomputer mit Zugang zum Internet haben. (Lor Chandara 2002, S. 43). Demgegenueber ist in den vergangenen Jahren in Phnom Penh die Zahl der Internetcafes sprunghaft angestiegen. So soll es in Phnom Penh bereits ueber hundert Internetcafes geben (Norbert Klein, Interview 2003). Der Preis fuer eine Stunde surfen im Internetcafe liegt derzeit bei einem halben Dollar, womit viele die Moeglichkeit haben, sich dieser neuen Informationstechnologie zu bedienen. Ausserhalb Phnom Penhs ist das Internet jedoch wenig verbreitet. Auch die Preise fuer den Internetzugang sind im Vergleich zur Hauptstadt sehr hoch. Beispielsweise kostet in der Kuestenstadt Sihanoukville eine Stunde Internetzugang drei Dollar, was fuer kambodschanische Verhaeltnisse mit durchschnittlichen Monatseinkommen von 50 200 Dollar, ein unerschwinglicher Preis ist. Um dennoch auch auf dem Land die Vorteile des neuen Mediums nutzen zu koennen, hat die amerikanische Hilfsorganisation Asia Foundation in Zusammenarbeit mit der NGO-Platform Open Forum Cambodia im Jahr 2003 landesweit kommunale Internetstationen unter dem Projektnamen Community Information Centre eingerichtet. Damit besteht erstmals landesweit ein oeffentlicher Internetzugang fuer Kambodschas Bevoelkerung ('Internet Access Popping up in rural areas', in: Cambodia Daily, 20.09.2002). Die Adresse des in Khmersprache gehaltenen Webportals der 'Community Information Centre' lautet: www.cambodiacic.org. Politische Berichterstattung und Informationsaustausch soll auch angeboten werden, womit das Internet moeglicherweise eine wichtige Platform fuer den bevorstehenden Wahlkampf der Parlamentswahlen 2003 werden koennt. Laut einem Artikel aus der China Morning Post aus dem Jahr 1998 soll es zwar von der Regierung Kambodschas Versuche gegeben haben, aehnlich wie in China und Vietnam die Freiheiten des Internet zu unterbinden. Nach einer Stellungnahme von Khieu Kannarith, dem Staatssekretaer des Ministeriums fuer Information, hiess es allerdings, dass solange er Staatssekretaer sei, das Internet nicht zensiert wuerde (Interview Norbert Klein, 2003). Bisher sind Regulierungs- und Kontrollversuche der Regierung ausgeblieben. Das Internet kann daher als die am wenigsten kontrollierte Informationsquelle Kambodschas angesehen werden, allerdings mit der Ein-schraenkung dass bisher mit Ausnahme von Phnom Penh nur wenige die Vorteile dieses neuen Mediums nutzen koennen.


3.5 Das Ministerium fuer Information

Kambodscha hat ein eigenes Ministerium fuer den Medienbereich eingerichtet, das sich 'Ministerium fuer Information' nennt. Diesem ist die Medienpolitik des Landes weitgehend unterstellt. Es wurde im Jahr 1996 per koeniglichem Dekret gegruendet und kann als Nachfolgeministerium des ehemaligen 'Ministeriums fuer Propaganda und Information' der sozialistischen Republik Kambodscha angesehen werden (siehe Kap. 2.1). Derzeit steht dem Ministerium fuer Information, H. E. Lu Lay-Sreng, ein Mitglied der Koenigspartei FUNCIPEC vor. Generell gilt jedoch der Staatssekretaer des Ministeriums, Khieu Kannarith, ein Mitglied der CPP, als einflussreicher in der Medienpolitik des Landes. Offiziell hat das Minsiterium fuer Information die Aufgabe, 'to guide and monitor the field of information and audio-visual sector operating in the Kingdom of Cambodia' (www.moi-coci.gov.kh/info/morg.htm). Das Ministerium fuer Information vergibt Lizenzen zur Eroeffnung von Fernseh- und Radiostationen in Zusammenarbeit mit dem Ministerium fuer Post und Telekommunikation, erlaesst Direktiven und Empfehlungen zur Programmgestaltung von Fernseh- und Radio-stationen, kontrolliert Programminhalte wie im Fall des staatlichen Fernsehens TVK und der nationalen Radiosender Radio National Kampuchea und National Radio FM 96, kontrolliert und observiert den Filmmarkt, registiert alle aktiven Journalisten und informiert die Medien ueber alle Regierungsaktivitaeten. Allerdings funktioniert und arbeitet das Minsterium fuer Information seit seiner Neugruendung ohne ausfuehrliche gesetzliche Grundlagen. Das koenigliche Dekret von 1996 weist lediglich die Neugruendung des Ministeriums aus, ohne jedoch die Aufgaben und Funktionen desselben festzulegen (UNDP Legal Base, 1998). Das Fehlen einer klaren gesetzlichen Regelung ueber Aufgaben und Ziele des Ministeriums fuer Information hat viel Spielraum fuer Geruechte und Spekulationen zum tatsaechliche Wirken des Ministeriums geschaffen, wie sich dies auch in folgender Aussage des Staats-sekretaers Khieu Kannarith wiederspiegelt: "We provide information. Some poeple think the Ministry of Information ist only supervising and controlling the media." Auch auf eine Anfrage fuer ein Interview fuer die vorliegende Studie wurde nicht geantwortet. Fehlende Transparenz und Kooperation des Ministeriums fuer Information mit einzelnen Medienunternehmen hat bisher wenig zur Vetrauensbildung beigetragen: "The limited transparency and unclear mandates of information officials within the state bureaucracy hinder journalists access to information." (Ham Samnang 2002, S. 28)


3.6 Die kambodschanische Fernsehassoziation

Waehrend Printjournalisten in Kambodscha in vier Gewerkschaften organisiert sind, ist im elektronischen Mediensektor der Organisationsgrad fuer die als Interessens-vertretung in eigener Sache bisher niedrig geblieben. Es wurde zwar im Jahr 1992 eine Interessensvertretung aller Fernsehstationen auf Initiative von Premierminister Hun Sen gegruendet, der inzwischen alle Fernsehstationen bis auf den neuen Sender 'CTN' angehoeren, jedoch sind bis heute die Aktivitaeten dieser Organisation unbekannt geblieben. Nach Informationen einzelner TV-General-direktoren treffen sich diese einmal monatlich um ueber aktuelle Entwicklungen im elektronischen Medienbereich zu diskutieren. Ihr erklaertes Ziel ist es ' to prevent and protect Cambodian Culture' (Interview TV 3 Generaldirektor, 2003). Bisher wurde jedoch weder ein Statut ueber die Aufgaben und Ziele der Fernsehorganisation noch ein 'Code of Conduct' fuer Radio- und Fernsehjournalisten verabschiedet. Die Fernsehassozation steht der CPP nahe, nachdem die Gruendungsiniative vom Parteivorsitzenden der CPP, Premierminister Hun Sen ausgegangen ist und des weiteren Sok An, einem hochrangigen Regierungspolitiker der CPP, der den Ehrenvorsitz der Organisation innehat. Zuletzt brachte die Assoziation die moralische Empfehlung hervor 'Miniroecke, Alkohol und Zigarettenwerbung von Fernseh- und Radio-programmen zu bannen und zu kruden Humor gegenueber hochrangigen Politikern oder anderen Persoenlichkeiten in Fernseh- oder Radiokomoedien zu unterlassen', ('Comedians warned about using crude houmour on Television', in: Cambodian Daily, 02.08.2002). Ein Kooperationsverhaeltnis mit dem Ministerium fuer Information ist nach einem juengsten Bericht der Cambodian Daily im Aufbau begriffen ('Ministry of Information invites Television General Directors for Advice on Managing Media', in: Kampuchea Thmey, 07.02.2003).


4. Kambodschas Medienstruktur

Kambodschas Medienstruktur laesst sich anhand der Eigentumsverhaeltnisse und der Sendereichweite der einzelnen Fernseh- und Radiostationen und ihrer Medienwirkung charakterisieren. Ein Gesamtueberblick ueber Kambodschas Medienakteure zeigt dabei auf, dass landesweit Medienkonzentrationen hinsichtlich der Eigentums-verhaeltnisse und der Sendereichweite der einzelnen Fernseh- und Radiostationen ueberwiegen, waehrend in Phnom Penh und naeherer Umgebung eine pluralistischere Medienstruktur vorherrscht. Wichtigster Eigentuemer von Fernseh- und Radiostationen in Kambodscha ist der Staat. Drei Fernsehstationen des Landes koennen als staatliche und semi-staatliche Medienakteure bezeichnet werden. Staatlichem Eigentum zuzuordnen ist das staatliche Fernsehen TVK, das unter der medienpolitischen Kontrolle des Ministeriums fuer Information steht. Semi-staatliche Eigentums-verhaeltnisse weist demgegenueber die Fernsehstation TV 5 auf, die unter der medienpolitischen Kontrolle des Ministeriums fuer Verteidigung steht, aber einen thailaendischen Miteigentuemer hat. Gleiches gilt fuer die Fernsehstation TV 3, welche der Stadt Phnom Penh gehoert, regionale Substationen besitzt und den einzelnen Provinzregierungen untergeordnet ist, aber gleichzeitig auch einen thailaendischen Miteigentuemer hat. Vier Fernsehstationen lassen sich demgegenueber als private Medienunternehmen charakterisieren, auch wenn sie enge Beziehungen zur derzeit amtierenden Regierungspartei CPP (Cambodian Peoples Party) aufweisen. Dies gilt insbesondere fuer die Fernsehstation des Premierministers Hun Sen, Bayon TV, die Fernsehstation CTV 9, die ebenfalls zur Haelfte Premierminister Hun Sen persoenlich gehoert, wie auch APSARA TV und die neue Fernsehstation CTN, welche sich durch parteipolitische Affilitaeten zur amtierenden Regierungspartei CPP auszeichnen. Beste Sendereichweite im Land haben die staatlichen und semi-staatlichen Fernsehstationen TVK, TV 3 und TV 5 und die private Fernsehstation 'Bayon' von Premierminister Hun Sen. Diese Sender sind landesweit zu empfangen, waehrend die private Fernsehstation APSARA TV in Phnom Penh und Umgebung, wie auch in den suedlichen Provinzen des Landes zu empfangen ist, die privaten Fernsehstationen CTN und CTV 9 nur in Phnom Penh und naeherer Umgebung (50 bis 150 km Radius). Die staatlichen und semi-staatlichen Fernsehstationen sind damit gegenwaertig die dominanten Informationssender Kambodschas, unterstuetzt von zwei zusaetzlichen privaten Sendern, welche die amtierende Regierungspartei CPP favorisieren. Ihre Medienwirkung wird weiter durch das Faktum unterstuetzt, dass Fernsehen das Hauptinformationsmedium der kambodschanischen Bevoelkerung ist.


Auch die Medienstruktur der Radiolandschaft Kambodschas zeigt Medien-konzentrationen. Die amtierende Regierung ist wiederum der wichtigste Eigentuemer von Radiostationen im Land (fuenf) und hat landesweit Monopolstellungen mit den Radiosendern National Kampuchea, den semi-staatlichen Radiosendern der Fernsehstation TV 3 und Radio 'Khemara' in der Provinz Battambang. Demgegen-ueber gibt es allerdings im Vergleich zur Fernsehlandschaft Kambodschas mehr Radiostationen, die nicht im Staatseigentum stehen oder der amtierenden Regierungs-partei CPP zugeordnet werden koennen und in ihrer Sendereichweite gegenwaertig grob geschaetzt rund die Haelfte der kambodschanischen Bevoelkerung erreichen koennen.3 Dazu zaehlen: Radio Beheeve, Radio FM 88, Radio WMC, Radio 'Ta Phrom' und Radio 'Reachsey'. Die Radiolandschaft Kambodschas kann demnach als pluralistischer charakterisiert werden, Medienkonzentrationen sind im Vergleich zur Fernsehlandschaft Kambodschas weniger ausgepraegt. Monopolstellungen von Radiostationen bestehen jedoch in einigen bevoelkerungsreichen Provinzen: in Battambang hat der semi-staatliche Radiosender Khemara (Peoples Radio) mit 97% an Hoerern eine Monopolstellung und in der bevoelkerungsreichsten Provinz des Landes, Kampong Cham, der semi-staatliche Radiosender FM 100,5 von TV 3. Auch Radio 'Bayon' von Premierminister Hun Sen hat Monopolstellungen in Siem Reap und Kampong Som (Indochina Research 2000).


5. Medienpolitische Problem- und Konfliktfelder

5.1 Mediendominanz der Kambodschanischen Volkspartei (CPP)

Wie die Medienstrukturen Kambodschas bereits aufzeigen, dominiert der Staat landesweit Kambodschas Fernseh- und Radiostationen. Doch die Repraesentations-verhaeltnisse der Koalitonsregierung zwischen FUNCIPEC und der CPP spiegeln sich weder in den staatlichen und semi-staatlichen noch in den privaten Medien-unternehmen des Landes wieder. Auch die im Parlament vertretene Oppositionspartei Sam Rainsy ist in den Eigentums- und Machtverhaeltnissen der elektronischen Medien Kambodschas deutlich unterrepraesentiert. Die wichtigsten Radio- und Fernsehstationen mit Ausnahme einiger weniger privater Radiostationen in Phnom Penh (FM 88, WMC, Radio Beheeve, Radio Reachsey, Radio Ta Phrom), werden von nur einer Partei dominiert: der Cambodian Peoples Party (CPP). Die Mediendominanz der CPP wird von Teilen der kambodschanischen Oeffentlichkeit, Medienbeobachtern und der staerksten Oppositionskraft des Landes, der Sam Rainsy Partei, viel kritisiert, wird doch angenommen, dass Medienunternehmen die CPP favorisieren, demnach Informationen nur in ihrem Sinne senden und damit keinen freien, pluralen, kritischen und demokratischen Diskurs in den elektronischen Medien des Landes zulassen ('NGO Survey: Political Media Access Uneven' in: Cambodia Daily, 11.10.2002). "Because of the political patronage of media, Cambodians rarely get independently informed and educated about events or decisions by the government. The broadcast industry remains closely monitored and controlled by the government and the ruling CPP." (Lor Chandara 2002, S. 37)


Die Mediendominanz der CPP laesst sich insbesondere in folgenden staatlichen und semi-staatlichen Medienunternehmen nachweisen. Erstes Beispiel ist das staatliche Fernsehen TVK, das dem Ministerium fuer Information untersteht. Zwar ist der amtierende Minister des Ministeriums fuer Information, H.E. Lu Lay Sreng, ein Mitglied der FUNCIPEC-Partei. Medienkenner sehen jedoch als den eigentlichen dominanten und einflussreichen Medienpolitiker Kambodschas die Person Khieu Kannarith, ein Mitglied der CPP, Staatsekretaer des Ministeriums fuer Information und Regierungssprecher ist: 'Khieu Kannarith ist der eigentliche Koenig der Informationen in Kambodscha', heisst es von Medienakteuren unter vorgehaltener Hand (Interview Radio Beheeve, 2003). Selbst Informationsminister Hu Laysreng bestaetigt die Dominanz der CPP: "It is normal for the ruling party to control the media" ('NGO Survey: Political Media Access Uneven', in: Cambodia Daily, 11.10.2003). Stellt man in Rechnung, dass auch der Generaldirektor des staatlichen Fernsehens der CPP angehoert, ist die Dominanz der CPP beim staatlichen Fernsehen kaum mehr von der Hand zu weisen: "The government must have the good will to reform the media starting with national radio and television', kritisiert Son Chay, ein Politiker der Sam Rainsy Partei. Aehnlich ist die Mediendominanz der CPP bezueglich des Fernsehsenders TV 3 einzustufen, nachdem dieser zur Haelfte der Stadt Phnom Penh gehoert und dessen Gouverneur Mitglied der CPP ist. Nicht ganz eindeutig ist allerdings, ob die Fernsehstation TV 5 lediglich von der CPP kontrolliert wird, nachdem zwei Minister, jeweils ein Co-Minister FUNCIPEC und ein Co-Minister CPP fuer das Ministerium fuer Verteidigung zustaendig sind. Medienkritiker sehen allerdings den Minister der FUNCIPEC in keiner einflussreichen Rolle (Interview Radio 'Reachsey', 2003). Auch im privaten Mediensektor dominiert die amtierende Regierungspartei CPP. Eindeutige Mediendominanz der CPP zeigt sich bei der Fernsehstation Bayon TV, dessen Eigentuemer der Parteivorsitzende der CPP selbst ist, und bei Apsara TV, dessen wichtigster Miteigentuemer ein Mitglied des Standing Comitee der CPP ist. Selbiges gilt auch fuer die Fernsehstation CTV 9, bei der Premierminister Hun Sen mit 50% des Eigentums beteiligt ist. Bei CTN sind die politischen Affiliataeten zur CPP dadurch bestimmt, dass der wichtigste kambodschanische Miteigentuemer der Fernsehstation, Kit Meng, von der Unternehmensgruppe 'Royal Group of Companies', enge Beziehungen zu Premierminister Hun Sen hat (Interview Chhour Sokheang 14.03.2003). Der Koalitionspartner FUNCIPEC demgegenueber ist lediglich zur Haelfte an der Fernsehstation CTV 9 beteiligt und nur zwei Radiostationen werden politische Naehe zur FUNCIPEC Partei zugesprochen (Radio 'Ta Phrom' und Radio 'Reachsey'). Die im Parlament vertretene Oppositionspartei Sam Rainsy geniesst politische Naehe von lediglich einer Radiostation: Radio Beheeve (Interview FM 88, 2003) .


Waehrend die Eigentums- und machtpolitischen Verhaeltnisse der amtierenden Koalitionsregierung und die Machtverhaeltnisse im Nationalparlament offenlegen, dass die CPP besonders den Fernsehsektor und die ihnen angegliederten Radiostationen mit nur geringen Einschraenkungen dominieren, laesst sich die domiante Rolle der CPP in der Medienpraesenz (Nachrichtenberichterstattung, Sendungen ueber die CPP) der einzelnen Fernseh- und Radiostationen des Landes jedoch weniger deutlich festmachen. In Rechnung gestellt werden muss dabei auch, dass die CPP als stimmenstaerkste Partei des Landes, die den Premierminister stellt, mehr Medienpraesenz als andere Parteien geniesst. Unterstrichen wird eine dominante Medienpraesenz der CPP allerdings von zwei Fernseh- und Radiostationen des Landes, APSARA TV und Bayon TV. So lautet die medienpolitische Linie des Generaldirektors von APSARA TV: "Wir folgen in unseren Programmen der Regierungslinie. Wir leben unter der Kontrolle dieser Regierung und senden daher in ihrem Sinne." Unter Regierungslinie wird jedoch die Parteilinie der CPP verstanden, nachdem keine Informationen ueber Mitglieder der Koenigspartei FUNCIPEC gesendet werden (Interview Sok Ey San, 2003). Hinsichtlich der Fernsehstation Bayon zeigt sich folgende medienpolitische Linie. Auf die Frage, ob die Sam Rainsy Partei Medienpraesenz in Bayon geniesst, gibt der Generaldirektor ein Beispiel: "Bei einem ASEAN-Minister-Treffen in Phnom Penh demonstrierten Sam Rainsy Partei-Anhaenger. Wir haben das nicht gesendet, weil wir einen Anti-ASEAN Kurs nicht unterstuetzen." Weiters wird vom Generaldirektor von Bayon das Fehlen von Sendungen ueber die Opposition damit begruendet", dass die Menschen im Land schlecht gebildet sind und polarisierten politischen Argumentationslinien nur schwer folgen koennen, unter Umstaenden dadurch aufgewiegelt werden" (Interview Bayon, 2003). Dass die Medienpraesenz von Oppositionsparteien von Fernsehstationen, hier insbesondere der Oppositionspartei Sam Rainsy, als bedrohlich eingestuft wird, gibt Manager Glen Felgate von der neuen Fernsehstation CTN in folgender Aussage noch deutlicher zu verstehen: "If I broadcast Sam Rainsy, I need a bodyguard. But this you will not write in a newspaper." (Interview Glen Felgate 2003)


Demgegenueber ist in anderen wichtigen Fernseh- und Radiostationen des Landes die Favorisierung der CPP weniger stark ausgepraegt. "Wenn Sie unser Programm beobachten, werden sie feststellen, dass wir ueber alle Parteien und ihre Aktivitaeten berichten. So zum Beispiel auch ueber die ' Khmer Democratic Party' und die 'Khmer Republican Party'", betont etwa Deputy General Ouk Kimpho von der Fernsehstation TV 3 (Interview TV 3, 2003). Oder der Direktor von Radio National Kampuchea, Van Sengly: "Cambodia has a freedom of speech through electronic media. We broadcast Sam Rainsy Messages from the Nationall Assembly" (Interview National Radio, 2003). Auch die Fernsehstation TV 5 berichtet nicht nur ueber die Aktivitaeten der CPP, sondern auch ueber den Koalitionspartner, die Koenigspartei FUNCIPEC, und ihren Vorsitzenden Norodom Rannarridh (Interview TV 5, 2003). Selbst Chea Sundaneth, die Direktorin der unabhaengigen Radiostation WMC, sieht in der Expansion des Radiosektors einen Zuwachs an Informationsfreiheit (Interview WMC, 2003). Positiv zu vermerken ist auch, dass der staatliche Radio- und Fernsehsender prinzipiell alle Sitzungen des Nationalparlaments uebertraegt und damit auch alle im Parlament vertretenen Parteien Medienpraesenz geniessen: "Observers are also impressed with the broadcast of the National Assembly meeting on the national television. Though it is not live but recorded materials, I can see that the contents are basically not edited." (Sek Barisoth 2002, S. 27). Allerdings ist dieser Demokratisierungsversuch des staatlichen Fernsehens zu relativieren, nachdem das Nationalparlament Kambodschas selten bis gar nicht tagt. So gab es zum Beispiel in diesem Jahr noch keine einzige Sitzung, die naechste wird erst nach den Parlamentswahlen erwartet, das heisst im August 2003.


5.2 Medienwahlkampf

Durch die rapiden Veraenderungen des elektronischen Mediensektors Kambodschas in den 90er Jahren und die ausgepraegte Mediendominanz der CPP, welche sich in den macht- und eigentumspolitischen Verhaeltnisse der Medienstruktur Kambodschas wiederspiegeln, sind Kambodschas elektronische Medien fuer Teile der internationalen Staatengemeinschaft (USA, Europaeische Union), Oppositionsanhaenger und Nicht-regierungsorganisationen im Land (COMFREL - Comittee for free and fair elections) zu einem zentralen Pruefstein fuer die Demokratisierung Kambodschas geworden. Bei den vergangenen Parlamentswahlen 1993 und 1998 und den Kommunalwahlen 2003 herrschte bei Medienbeobachtern allgemein der Eindruck vor, dass die Medienpraesenz der CPP weitgehend ueberwog und damit nicht von einem ausgeglichenen demokratischen Medienwahlkampf in Kambodscha gesprochen werden konnte (Interview Ham Samnang 15.02.2003). Die UN hielt in ihrem Medienbericht fest, dass die CPP in den ersten zwei Wochen des Wahlkampfes 1998, 446 mal genannt wurde, waehrend die anderen Parteien lediglich 25 Nennungen hatten. Premierminister Hun Sen selbst wurde 107 Mal genannt, gefolgt von seiner Frau mit 71 Nennungen (Ham Samnang 2002, S. 36). Bei den Kommunalwahlen 2002 kam die lokale Wahlbeobachterorganisation COMFREL zu dem Schluss: "The newscast were dominated by the activities of the government and CPP members, including commune chiefs giving gifts to the population. FUNCIPEC and Sam Rainsy Party were briefly covered, and the remaining parties competing for the communal elections were usually ignored." (COMFREL - Final Report of the Media Monitoring 2002). Aehnlich argumentierte die Wahlbeobachtermission der Europaeischen Union: "Die Medienbeobachtung zeigt, dass die WaehlerInnen nicht adaequat ueber die Wahlen informiert wurden und die Wahlkampagne nicht fair und ausgeglichen war. 75% Medienpraesenz im staatlichen Fernsehen 'National Television of Cambodia' (TVK) war der Regierung und 12% der CPP vorbehalten, waehrend die Koenigspartei FUNCIPEC lediglich 2% und die Oppositionspartei Sam Rainsy sogar nur 1% Medienpraesenz fuer sich verbuchen konnten. Die privaten Fernsehsender zeigen aehnliche Ergebnisse." (Preliminary Statement on the Communal Elections in Cambodia 2002). Unterstuetzt wird die Kritik internationaler und lokaler Wahlbeobachter von 30% der kambodschanischen Bevoelkerung die laut einer Umfrage, durchgefuehrt im Jahr 2001, die Favorisierung einer Partei in den Nachrichtenmedien als eine der Hauptprobleme bei kambodschanischen Wahlen ansehen. (Survey on the Cambodian Electorate 2002, S. 52)


Zu dieser scharfen Kritik internationaler und lokaler Wahlbeobachter an einer die CPP favorisierenden elektronischen Medienlandschaft in Kambodscha kommen noch mehrere Ereignisse vor den Parlamentswahlen 1998 hinzu, die die Mediendominanz der CPP klar offenlegen. So wurde der der Oppositionspartei Sam Rainsy nahestehende Radiosender 'Beheeve' waehrend der politische Krise des Jahres 1997 zerstoert und konnte seine Arbeit erst wieder nach den Parlamentswahlen 1998 aufnehmen. Zerstoert wurde auch die Fernseh- und Radiostation CTV 9 und Radio Reachsey die eine politische Naehe zur FUNCIPEC aufweisen. Mit Ausnahme von Radio Reachsey, dass sich politisch neutralisierte, konnte die Fernseh- und Radiostation CTV 9 erst nach den Parlamentswahlen 1998 wieder auf Sendung gehen Die Koenigspartei FUNCIPEC war damit damals um ein wichtiges Wahlkampffeld gefallen. Weiter wurde die Oppositionspartei Sam Rainsy davon abgehalten, Wahlkampf ueber elektronische Medien zu betreiben, indem der Partei mit Hinweis auf das Verbot von 1993, welches offiziell besagt, dass keine Partei Medienunternehmen in Kambodscha besitzen darf, eine Lizenz zur Eroeffnung einer Radiostation verwehrt wurde (Ham Samnang 2002, S. 33). Eine parteiische Regelung, haelt man sich die Eigentumsverhaeltnisse von Medienunternehmen in Kambodscha vor Augen, die zu einem grossen Teil von der amtierenden Regierungspartei CPP dominiert werden. Waehrend der Wahlkampfperiode bei den Parlamentswahlen 1998 wurde allen 38 werbenden Parteien lediglich fuenf Minuten Redezeit taeglich im staatlichen Radio und Fernsehen zugesprochen, private Medienunternehmen waren von dieser Regelung ausgeschlossen. Die CPP hatte daher bei den vergangenen Wahlen nicht zu befuerchten, ueber einen Medienwahlkampf, Waehlerstimmen an andere Parteien zu verlieren (Edman, Britt-Louise 2000, S. 9).


Dem Bild eines unausgewogenen Medienwahlkampf der vergangenen Kambodscha-Wahlen lassen sich nur wenige Argumente entgegensetzen, die eine die CPP favorisierende elektronische Medienlandschaft relativieren koennten. So verteidigte sich etwa die amtierende Regierungspartei CPP bei den Parlamentswahlen 1998 ueber das Ministerium fuer Information mit dem Argument, dass die Sendungen von 'Voice of America' und 'Radio Free Asia', die von der Grenze Thailands aus senden, den Medienwahlkampf ausgeglichen haben (Edmann, Britt-Louise 2000, S. 10). Dass zwei zudem auslaendische Radiostationen allerdings kaum ausreichen konnten, um gegen damals sechs von der CPP dominierte Fernsehstationen plus den dazugehoerigen Radiostationen ein Informationsgegengewicht zu schaffen, blieb unerwaehnt. Staerkere Gewichtung kann demgegenueber dem Argument zugesprochen werden, dass die den Parlamentswahlen vorgehende massive politische Krise im Jahr 1997, welche aufgrund von schweren machtpolitischen Konflikten zwischen den Koaltionspartnern FUNCIPEC und CPP buergerkriegsaehnliche Zustaende annahm, keine politische Stabilitaet schuf, um einen politisch konfliktreichen Wahlkampf in die Medien zu tragen. Die Strategie der amtierenden Regierungspartei CPP war es demzufolge moeglicherweise, die elektronischen Medien weitgehend zu neutralisieren, um die bestehenden politischen Spannungen im Land nicht weiter anzuheizen. Dafuer spricht, dass das staatliche Fernsehen und Radio die Nachrichtenberichterstattung waehrend der Hauptwahlkampfphase kuerzten und gleichzeitig eine relativ ausgewogene Berichterstattung hatten, wie der Medienbericht der Vereinten Nationen festhaelt. Dies galt jedoch nicht fuer die semi-staatlichen und privaten Fernseh- und Radiostationen des Landes. (Ham Samnang 2002, S. 36).


Zu den bevorstehenden Parlamentswahlen im Juli 2003 laesst sich demgegenueber kein sicherheitspolitisches Argument mehr anfuehren, welches gegen einen ausge-wogenen Medienwahlkampf spricht. Seit der Julikrise 1997 hat sich Kambodscha politisch weitgehend stabilisiert. Die derzeit diskutierten Neuregelungen in der Nationalen Wahlkommission Kambodschas versprechen moeglicherweise eine Reform des bisher unausgewogenen Medienwahlkampfes :


  1. Das staatliche Fernsehen wird wie im Jahr 1998 allen registrierten politischen Parteien gleiche Sendezeiten zusprechen um ihr Politprogramm anwerben zu koennen. Geplant sind taeglich fuenf Minuten Redezeit fuer alle Parteien, die zur Wahl antreten.

  2. Neu sind die sogenannten 'Round-Table-Discussions', die allen wahlwerbenden Parteien gleiche Sendezeiten einraeumen (ebenfalls taeglich fuenf Minuten Redezeit) und nach dem Rotationsprinzip organisiert werden sollen.


Die beiden genannten Regulierungen werden 30 Tage, taeglich abwechselnd, gesendet (Interview Daphne Skillen UNDP Media Advisor 2003). Weiter ist vorgesehen, dass es allen Parteien erlaubt sein soll, in privaten Fernsehstationen Werbezeiten einzu-kaufen. Diese sollen von der Nationalen Wahlkommission verteilt werden, die Finanz-ierung soll, jedoch nur ueber die Parteien selbst erfolgen. Fuer die Oppositionspartei Sam Rainsy ergibt sich damit erstmals die Moeglichkeit einer erweiterten Medienpraesenz in Fernsehen und Radio. Auch kleinere Parteien, sofern sie die Finanzmittel aufbringen koennen, haben erstmals Werbemoeglichkeiten in elektro-nischen Medien (Interview Sebastian Drans - EU-Mediaadvisor, 2003). Durchgefuehrt und erlaubt werden sollen auch Parteikandidaten-Debatten. Nichtregierungs-organisationen steht es dabei frei, diese Sendungen zu organisieren. Ihr Inhalt muss allerdings vom NEC geprueft werden. Diese Regulierung zielt insbesondere auf den Vorwahlkampf ab. Des weiteren soll zukuenftig in der Nachrichtenberichterstattung die Formula 'equitable access' fuer alle im Nationalparlament vertretenene Parteien gelten. 'Ich denke, diese Regulierung geht durch', heisst es vom EU-Medienberater des NEC, Sebastian Drans.


Bei einzelnen Fernseh- und Radiostationen bezueglich der Medienregulierungen fuer den Wahlkampf nachgefragt, wollen sich diese auch als private oder semi-staatliche Unternehmen weitgehend an die Vorgaben der Nationalen Wahlkommission halten: 'Wir folgen den Anweisungen des NEC und werden zunaechst beobachten, was die anderen Stationen tun. Wenn Parteien an uns Anfragen wegen Werbeeinschaltungen stellen, richten wir uns ganz nach den Vorgaben des NEC, bei dem die alleinige Verntwortung liegen muss. Wir koennen in dieser Frage keine Verantwortung uebernehmen.' (Interview 2003, Dep. Generaldirektor TV 3). Selbst Apsara TV, der gemeinhin als Sprachrohr der CPP angesehen wird, erklaert sich bereit alle Parteien in der Fernsehstation Sendezeiten kaufen zu lassen, wenn auch nur unter den Bedingungen der Fernsehstation und mit der Einschraenkung: "Das Gesetz des NEC laesst es nicht zu, dass Parteien einander oeffentlich kritisieren und mit Beschul-digungen denunzieren." (Interview Sok Ey San 2003). Auch der CPP-nahe Radio-sender FM 99 erklaert sich bereit, prinzipiell fuer jede Partei im Wahlkampf fuer Wahlwerbung offen zu sein (Interview FM 99, 2003). Fuer den Manager der neuen Fernsehstation CTN, Glen Felgate, gilt demgegenueber: 'Parteienwerbung in CTN wird nur akzeptiert, wenn alle Parteien gleiche Sendezeit haben, so wie ich das von Grossbritannien kenne'.(Interview Glen Felgate 2003). Zurueckhaltend zeigt sich auch der stellvertretende Generaldirektor Ham Soung vom staatlichen Fernsehen TVK. Nach diesem wird die Wahlkampfberichterstattung ganz wesentlich davon abhaengen ob der Staatssekretaer des Informationsministeriums, Khieu Kannarith, den vom NEC vorgeschlagenen Regulierungen zustimmen wird. 'Prinzipiell will das staatliche Fernsehen keine Sendezeiten an Parteien verkaufen', fuegt der stellvertretende Direktor von TVK hinzu (Interview Ham Soung 2003). Gaenzlich vom Medienwahl-kampf fernhalten will sich demgegenueber laut einem internen Beschluss der unabhaengige Radiosender WMC (Interview Chea Sundaneth, 2003). Gehen die Regulierungen durch, ist mit einer deutlichen Verbesserung des Medienwahlkampfes fuer die bevorstehenden Parlamentswahlen am 27. Juli 2003 zu rechnen.


5.3 Offene Rechtslage im elektronischen Mediensektor

Bisher fehlt eine umfassende gesetzliche Regelung des elektronischen Medien-bereichs Kambodschas. "We need a Media Law to ensure our buisness. When news are in the framework of law, than we know what is right or wrong', betont etwa der stellvertretende Direktor der Fernsehstation TV 3. Unterstuetzt wird die Idee einer Mediengesetzgebung auch von der Fernsehstation Bayon, dem Radiosender WMC und anderen Medienakteuren wie vom 'Departement of Media and Communication' der Royal University of Phnom Penh: 'Ein Mediengesetz fuer den audiovisuellen Bereich ist notwendig um die Unabhaengigkeit der Medien zu garantieren. Auch eine Interessensvertretung von Fernseh- und Radiojournalisten sollte gegruendet werden, um Verbesserungen in allen Bereichen dieses Sektors voranzutreiben.' (Interview Direktor Sothearith, 2003). Ein Gesetzesentwurf zur Regulierung des elektronischen Mediensektors wurde im Jahr 1997 von An Bunnaroeun, dem Direktor des neuen Medientrainingcenter (MTC) ausgearbeitet und dem Ministerium fuer Information vorgelegt. Ueber den Inhalt des Mediengesetzes ist allerdings bis heute der Oeffentlichkeit nichts bekannt geworden. Das Gesetz soll zwar von Premierminister Hun Sen' s Regierungskabinet begutachtet worden sein und auch dem National-parlament und Senat vorliegen, aber zu Beschluessen hat sich keine der Staatsorgane bisher durchgerungen: 'Es fehlt an Investoren fuer das Gesetz und an Mediengesetz-Experten, um ein kambodschanisches Mediengesetz fuer Fernsehen und Radio zu finalisieren', heisst es vom Direktor des MTC.


Ohne Gesetzgebung obliegt es allerdings weitgehend dem Ministerium fuer Information die Medienpolitik des Landes zu formulieren und nach ihrem Gutduenken umzusetzen. So ist beispielsweise ungeklaert, welche Regelungen bezueglich der Medienfreiheit fuer Radio- und Fernsehjournalisten gelten. Ob das wichtigste rechtliche Fundament fuer die kambodschanische Presse, die Verfassung von 1993 und das Pressegesetz von 1995 (Kram dated September 1, 1995 on the Regime of the Press) auch Gueltigkeit fuer den Radio- und Fernsehjournalismus besitzt, ist nicht ausdruecklich festgelegt worden. Nach Wilhelm Treiber, Rechtsexperte beim 'Khmer Institute for Democracy' koennen diese gesetzlichen Grundlagen des elektronischen Mediensektors sein, muessen es aber nicht: 'Wenn man das Press Law genau liest (Art.1), garantiert es neben freedom of press auch freedom of publication und nimmt auf Art.41 der Cambodian Constitution Bezug, die ebenfalls neben freedom of press auch freedom of expression und freedom of publication gesondert erwaehnt. Im weitesten Sinne faellt darunter wohl auch der Radio- und Fernsehjournalismus." Bisher fehlt ein rechtlicher Streitfall, der Aufschluss darueber geben koennte, ob diese gesetzlichen Regelungen des Printjournalismus auch fuer Radio- und Fernseh-journalisten in der Rechtspraxis Anwendung finden.

Auch sonst gestaltet sich die Suche nach gesetzlichen Regelungen im elektronischen Medienbereich schwierig. Die damit verbundene Rechtsunsicherheit kann Medien-unternehmen, insbesondere die staatlichen und semi-staatlichen in ihrer Medienfreiheit der Programmgestaltung und Nachrichtenberichterstattung massgeblich beein-traechtigen, wissen diese doch nicht, was gesendet werden kann und was nicht und auch den Medienkonsumenten ist damit der Entscheidungsprozess ueber Programm-gestaltung und Nachrichtenberichterstattung von Fernseh- und Radiostationen weitgehend verschlossen. In den vergangenen zehn Jahren wurden hierzu lediglich vereinzelt Gesetze verabschiedet und Empfehlungen/Direktiven gegeben, die Bezugspunkte zu den elektronischen Medien aufweisen und damit wenig zu einer transparenten Medienpolitik der amtierenden Regierung beigetragen haben. Besondere Bedeutung kommt bisher nur dem Wahlgesetz aus dem Jahr 1997 zu (Kram Dated December, 1997 on the election of members of the National Assembly) dass vorsieht, fuer alle politische Parteien des Landes gleichen Zugang zu den elektronischen Medien zu ermoeglichen, jedoch wiederum mit der Einschraenkung, keine ausfuehrliche Regelungen festzulegen. Die einzelnen Artikel hierzu lauten: Art. 74: "All media, including state-run press radios and televisions, shall accept to gratuitously publicize all information proposed by the National Electoral Committee for the purpose of publicizing electoral work and popularizing voters civic education." Art. 75: "The National Electoral Committee shall take steps to publicize propaganda messages upon request of registered political parties, based on equality principles and following the arrival order of publicizing requests", und Art. 76: "In exercising their right to publicize through media, all political parties and their candidates shall refrain from using violence, violations, or derogatory speeches, causing fear, confusion and thus inducing loss of confidence in the secrecy of the ballot" (www.bigpond.com.kh/Council_of_Jurists).

Einen weiteren unregulierten Bereich stellt die Lizenzvergabe des Ministeriums fuer Information zur Eroeffnung und Fuehrung von Radio- und Fernsehstationen dar. Ein Investionsgesetz aus dem Jahr 1994, legt lediglich fest, dass elektronische Medien zu den Investitionssektoren gehoeren, in welchen Investionen weitgehend eingeschraenkt sind (List of Sectors restricted or prohibited for investment). Nach den dortigen Ausfuehrungen duerfen auslaendische Investoren im elektronischen Medienbereich maximal 49% des Unternehmens besitzen (Cambodian Investment Guide 2002). Des weiteren ist die Eroeffnung einer Radio- oder Fernsehstation an das Gebot gekoppelt, parteiunabhaengig zu sein. Wie die medienpolitische Praxis Kambodschas jedoch aufzeigt, gilt diese Regulierung lediglich fuer die Oppositionspartei Sam Rainsy. Des weiteren besteht eine Direktive, die ausdruecklich festlegt, dass eine Lizenz beim Ministerium fuer Information beantragt werden kann: everyone may conduct business in the Kingdom of Cambodia upon receiving prior authorization from the Ministry of Information (Monthly Bulletin of Laws and Regulations of the Kingdom of Cambodia Dez. 1999). Nach Auskunft von Khieu Kannarith, dem Staatssekretaer des Ministeriums fuer Information, ist eine inhaltliche Regulierung der Lizenzvergabe nicht notwendig: we do not have a law, we have our practice (Interview Khieu Kannarith, 2003).

Wenig transparent ist auch die Radio- und Fernsehgebuehrenpolitik des Informations-ministeriums. Es gibt zwar eine sich jaehrlich erneuernde Regulierung, die sogennante " Prakas - Regarding Fees for Audio Visual Services" (Monthly Bulletin of Laws and Regulations of the Kingdom of Cambodia 22.12.1999). Manche Radiostationen beklagen jedoch, dass die Radiogebuehren fuer ihre Unternehmen sehr hoch sind und unterschiedliche Betraege gezahlt werden. So muss ein Radio-sender des Landes jaehrlich eine Gebuehr von 4000 Dollar an das Ministerium fuer Post und Telekommunikation und an das Ministerium fuer Information zahlen (Radio FM 88). Ein anderer Radiosender sieht sich durch zu hohe Radiogebuehren, in diesem Fall rund 2000 Dollar, ebenfalls unter Druck des Ministeriums fuer Information gesetzt (Radio Beheeve). Demgegenueber heisst es bei WMC: 'Die muessen weniger als wir bezahlen.'

Auch der Video- und Filmmarkt, der in Kambodscha von Raubkopien dominiert wird, kennt kaum Regulierungen. So wurde lediglich eine Erklaerung zur Einrichtung einer Kommission im Jahr 1991 verabschiedet, die den Film- und Videomarkt des Landes kontrollieren soll: 'Creation of Commission for Controlling Movies and Videos' (vom 30 Maerz 1991). Der folgte eine weitere Regulierung im Jahr 1992: 'Supervising and Contolling Movies and Videos'. Schliesslich wurde im Jahr 2001 erneut die Einrichtung einer Kommission zur Kontrolle des Video- und Filmmarktes gefordert: 'The Creation of Interministerial Commitee for Surpression of Movie and Video Infractions in the Kingdom of Cambodia' im Februar 2001. Erst in diesem Jahr wurde vom Nationalparlament ein Copyright-Gesetz verabschiedet, das den Handel mit Raupkopien einschraenken soll. Allerdings ist das Gesetz noch nicht in die Praxis umgesetzt worden. Es ist weiterhin verbreitet, dass Fernsehstationen, Kopierechte nicht einhalten. So zum Beispiel in der internationalen Nachrichtenberichterstattung, wo Sendungen von CNN und BBC einfach kopiert werden oder Raubkopien von Spielfilmen zu guenstigen Preisen am einheimischen Markt erworben werden: "Ich kaufe am Markt Filme, habe einen Vertrag mit Reuters, waehrend die anderen dieselben Filme billiger am Schwarzmarkt kaufen und internationale Nachrichten von BBC und CNN stehlen. Das Ministerium fuer Kunst und Kultur hat sich diesem Problem zu stellen', kritisiert Glen Felgate von CTN und kuendigt an die Nachrichtensender BBC und CNN ueber diese Vorgaenge informieren zu wollen.



6. Schlussfolgerungen

Wie weit elektronische Medien eine tragende Rolle fuer die Demokratisierung Kambodschas spielen, wird massgeblich von den Medienakteuren und der Medienstruktur des Landes bestimmt. Demokratisierung zeigt sich in Medienstrukturen dann, wenn ein Pluralismus an Medienunternehmen vorhanden ist, Monopolstellungen von einzelnen Medienunternehmen weitgehend fehlen, und damit Medien-konsumentInnen die Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Informationssendungen haben. Medienpluralismus ist von besonderer Bedeutung, weil gerade elektronische Medien nur eine Sequenz der von ihr abgebildeten Realitaet wiedergeben. Monopolstellungen von Medienunternehmen foerdern demgegenueber einseitige und verzerrende Realitaetswahrnehmungen und koennen von politischen, kulturellen und oekonomische Eliten missbraucht werden. In der Mediengeschichte finden sich unzaehlige Beispiele der Medienmanipulation (z. B. Werbung und Propaganda). Wie lassen sich vor diesem Hintergrund die elektronischen Medien Kambodschas und ihre Entwicklung charakterisieren, zieht man demokratische Parameter einer Beurteilung wie die folgenden heran:


  1. demokratische Medienstrukturen/Medienpluralismus (Verhinderung von Medienmonopolen)
  2. demokratischer Diskurs in den Medien (z. B. alle Parlamentsparteien sind in den Medien vertreten, alle Gesellschaftsschichten werden in den Medien repraesentiert)
  3. Medienfreiheit (Medienunternehmen koennen Informationen senden die sie senden wollen solange sie der journalistischen Ethik des Landes folgen)
  4. Mediengesetzgebung (z. B. Spielregeln fur den Radio- und Fernsehjournalismus)


Wie die vorliegende Studie aufzeigt hat, lassen sich in Kambodscha bisher nur sehr wenige Charakteristika einer Demokratisierung des elektronischen Mediensektors aufzeigen, womit die Schlussfolgerung gezogen werden kann, das die amtierende Regierung elektronischen Medien bisher keine zentrale Rolle im Demokratisierungs-prozess Kambodschas zugesprochen hat. Betrachtet man die Medienstrukturen, laesst sich zwar ein gewisser Medienpluralismus allein an der Zahl von Fernseh- und Radiostationen in Kambodscha ausmachen, jedoch dominiert vorwiegend der Staat und die amtierende Regierungspartei CPP die wichtigsten Medienunternehmen des Landes. Auch der demokratische Diskurs in den Medien in Form der Repraesentation aller Gesellschaftsschichten und Parteien des Landes ist nur wenig ausgepraegt nachdem alle vergangenen Medienwahlkaempfe eindeutig die amtierende Regierungs-partei CPP beguenstigt haben. Lediglich die Einsetzung elektronischer Medien als bildungspolitisches Instrument fuer Gesundheitspolitik, Sprachbildung, Rechtsbildung und gesellschaftspolitische Fragen (z. B. Radio WMC), eine teilweise von staatlichen und semi-staatlichen Fernseh- und Radiostationen gefuehrte Nachrichtenbericht-erstattung ueber Aktivitaeten anderer Parteien als die der amtierenden Regierungs-partei CPP, und die Uebertragung von Parlaments- und Senatsdiskussionen (die allerdings sehr selten stattfinden), weisen erste Kennzeichen eines demokratischen Diskurses in den elektronischen Medien Kambodschas aus. Auch die Medienfreiheit laesst sich nicht eindeutig ausmachen, nachdem in der Vergangenheit, die Zerstoerung von einer Fernsehstation und zwei Radiostationen, die als kritisch gegenueber der amtierenden Regierungspartei CPP galten, verdeutlichen wie mit Oppositionskraeften im Land und damit auch mit regierungskritischen Medien-unternehmen umgegangen worden ist. Betrachtet man die Medienstruktur zeigt sich auch deutlich, dass jene Medienunternehmen, welche parteipolitische Affilitaeten mit der CPP aufweisen, sich oekonomisch in Kambodscha weitaus guenstiger positionieren konnten, als die regierungskritischen Medienunternehmen, die sich auch in ihrer Zahl auf wenige Radiostationen des Landes mit geringer Reichweite beschraenken. Das Fernsehen ist weitgehend in der Hand der amtierenden Regierungspartei CPP, wenn sie auch eine Koalitionsregierung mit der Koenigspartei FUNCIPEC bildet und demnach paritaetische Kraefteverhaltnisse in den staatlichen und semi-staatlichen Medienunternehmen ueberwiegen muessten. Auch die Gruendung einer Fernsehorganisation durch Premierminister Hun Sen selbst, in der sich alle Generaldirektoren der Fernsehstationen des Landes treffen, unterstreicht die politische Unitaritaet der Fernsehlandschaft Kambodschas. Die Medienfreiheit ist weiter dadurch einge-schraenkt, dass eine umfassende Mediengesetzgebung im Land bisher fehlt, damit das Ministerium fuer Information weitgehend ueber Befugnisfreiheit in der Medienpolitik des Landes verfuegt, solange sie damit die amtierende Regierung, insbesondere die amtierende Regierungspartei, CPP beguenstigt. Rechtsunsicherheit traegt auf jeden Fall kaum zum Gefuehl der Medienfreiheit bei Medienunternehmen bei, nachdem diese nicht wissen, wie sie die Nachrichtenberichterstattung gestalten koennen oder nicht. Unsicherheit herrscht vor und damit auch eine flache und von Reprasentations-funktionen ueberladene Nachrichtenberichterstattung in allen Fernsehstationen. Eine Veraenderung der medienpolitischen Landkarte koennen folgende Reformen der Medienpolitik Kambodschas versprechen, die moeglicherweise eine Neubeurteilung der elektronischen Medien Kambodschas notwendig machen:



Erster zentraler Pruefstein einer demokratischen Medienordnung in Kambodscha werden die bevorstehenden Parlamentswahlen 2003 sein. Findet ein ausgeglichener Medienwahlkampf statt, der lokalen und internationalen Wahlbeobachtern kein politisches Angriffsfeld mehr bietet, senden Kambodschas Regierung und alle in Verantwortung stehenden Politiker des Landes ein deutliches Signal: mehr Unabhaengigkeit fuer elektronische Medien, elektronische Medien als Mittler und Kommunikator zwischen Regierung und Bevoelkerung, und langfristig die Anerkennung von Medienunternehmen als vierte demokratische Gewalt im Land.


7. Literaturliste

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Krishnamurthy, Veena: Media Survey - a study of radio and TV audience behaviour in 500 households in a 60 km radius around Phnom Penh (Study by Cambodian Researchers for Development), Phnom Penh - Cambodia, 1995.

Meisburger, Tim (Ed.): 'Election Concerns', S. 52 and 'Voter Education Sources/Media',

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Ministry of Information: The Project for upgrading of the National TV Broadcasting Network in Cambodia, June 2002.

National Institute of Statistics (Ministry of Planning): Cambodian Statistical Year Book, 2001.

National Institute for Management: Survey on the Audience of TV in Cambodia, Sept. 2002.

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Sarayeth, Tive: Media reform experiences in Cambodia, in: Media Development (Journal of the World Association for Christian Communication), 1/2003. S. 50-53



Presserecherche:
  1. The Mirror ( 23. Juni - 08.02.2003)
  2. Phnom Penh Post ( 04.01. - April 2003)
  3. Cambodia Daily (Aug. 2002 - Feb. 2003)
Mediengesetzgebung: Cambodian Council of Jurists (Ed.): www.bigpond.com.kh/Council_of_Jurists Monthly Bulletin of Laws and Regulations of the Kingdom of Cambodia, 22.12.1999

UNDP (Ed.): Legal Database Cambodia CD-Rom Version 1.2 01/01/1985-31/071998

Internetquellen:

Cambodian Ministry of Information: www.moi-coci.gov.kh

Channel 5 Cambodia: www.kantana.co.th/channel5-cambodia

TV 3 (Phnom Penh Television): www.camnet.com.kh/tv3/summary.htm

CTV 9: www.tv9.com.kh

Bayon TV: www.bayontv.com.kh

Apsara TV:

www.apsaratv.com.kh


TVK:

www.tvk.gov.kh


Woman Media Centre:

www.bigpond.com.kh/~wmc


National Institute for Democracy www.ndi.org

Project 'Cambodian Community Centre' www.cambodiacic.org

Internetprovider Kambodschas: www.camintel.com/
www.bigpond.com.kh
www.online.com.kh
www.everyday.com.kh

Thailaendische Medienunternehmen:

www.kantana.com


Dokumentationszentrum fuer Kamb.:

www.dccam.com



8. Interviews: 18.03. - 14.04.2003


  1. Mao Ayuth (Generaldirektor von TVK), 18.03.2003
  2. Ottakan Ouch (stellv. Generaldirektor von TV 3 und FM 103), 01. 04.2003;
  3. Mam Sonando (FM 105/Radio Beheeve), 20.03.2003

  4. Chea Sundaneth (Direktor WMC), 25.03.2002
  5. Tive Sarayeth (stellv. Direktor WMC), 25.03.2002
  6. Lem Pichpisey (Chefredakteur FM 88), 26.03.2003
  7. Mr. Korng Mony (Nachrichtensprecher FM 99), 27.03.2003
  8. Him Soung (stellv.Generaldirektor von TVK), 02.04.2003
  9. Sok Ey San (Generaldirektor von Apsara TV), 19.03.2003
  10. Thai Norak Sathya (Generaldirektor von Bayon TV), 21.03.2003
  11. Franchi Jean Pierre (General Manager von CTV 9) 24.03.2003
  12. Glen Felgate (General Manager von CTN), 02.04.2003
  13. Klein Norbert (Open Forum of Cambodia - Internetprovider), 02.04.2003
  14. An Bunnarouen (MTC - Ministry of Information), 21.03.2003
  15. Pet Samnitty (Direktor von Rasmei Kampuchea), 25.03.2003
  16. Drans Sebastian (EU-Medienberater der Nationalen Wahlkommission Kambodschas),, 27.03.2003
  17. Mar Sophal (Medienbeobachter von COMFREL), 27.03.2003
  18. Koul Panha (Direktor von COMFREL), 20.02.2003
  19. Samnang Ham (Forscher - Cambodian Institute for Cooperation and Peace), 14.02.2003
  20. Barisoth Sek (Direktor Cambodian Communication Institute), 15.02.2003
  21. Sothearith (Direktor Department of Media and Communication), 28.03.2003
  22. Sar Vuthy (Direktor Radio Khemara Battambang), 14.04.2003
  23. Mr. Krisada Manoonwong und Hr. Kaplika (Generaldirektor und BeraterRoyal Cambodian Army
  24. Van Sengly (Direktor Radio National Kampuchea und National Radio FM 96), 18.04.2003
  25. Sun Touch (Direktor Radio Reachsey), 22.04.2003
  26. Treiber Wilhelm (Legal Adviser - Khmer Institute for Democracy), 02.04.2003
  27. Daphne Skillen (UNDP Media Advisor), 25.03. 2003



[April 2003]

1 Die Beschreibung der historischen Entwicklung basiert vorwiegend auf einem Interview mit Generaldirektor Mao Ayuth von TVK. Andere Quellen werden aufgezeigt.

2 Die folgende Darstellung basiert auf Interviews mit allen Fernsehstationen und allen Radiostationen des Landes. Informationen aus anderen Quellen werden eigens angefuehrt

3 Es handelt sich hier um eine grobe Schaetzung. Der Senderadius vieler Radiostationen liegt zwischen 150 und 250 Km. Da alle Radiostationen ausser Radio 'Khemara' in Phnom Penh angesiedelt sind, werden damit auch die bevoelkerungsreichsten Regionen des Landes teilweise bis ganz abgedeckt, womit maximal geschaetzt zwei Drittel der Bevoelkerung ueber Radio erreicht werden koennen, minimal geschaetzt die Haelfte. Audienzstudien zur Sendereichweite von Radiostationen liegen bis heute in Kambodscha keine vor.